@BitterLeaf42
Du scheinst das Thema „Fußbodenheizung“ schon an sich ganz gut zu verstehen. Dennoch hast du dich für die unlogische Lösung entschieden. Wohl aus dem „Must Have“-Effekt heraus um ein paar mehr „smarte“ Symbole in der „Smart“ Home App mit denen man spielen kann und es auch tut - nur ohne energetischen Nutzen und zu Lasten der Lebensdauer der Heizung. Egal ob Gas oder Wärmepumpe. Wobei Wärmepumpen da deutlich empfindlicher sind.
Das mit den Fliesen würde ich, aus eigener Erfahrung, so nicht unterschreiben. Die Fugenmasse mag häufige Temperaturschwankungen auf Dauer gar nicht. Je nach Spreizung der Temperaturschwankungen reist die Fugenmasse früher oder später ein und dann sind die ersten Risse in den Fliesen nicht mehr weit.
Ab etwa Energieeffizienzklasse D (Energieausweis) macht der große Heizungsregelwahnsinn keinen Sinn mehr. Außer für die Umsätze von Herstellern von zumeist „smarter“ Heizregelelektronik. Das ist ein Relikt aus alten Zeiten wo noch ganz andere Bedingungen herrschten.
Eine Heizanlage arbeitet am effizientesten und langlebigsten, wenn sie mit der niedrigst möglichen und möglichst gleichmäßigen Vorlauftemperatur Arbeiten kann. Dazu sollte die Heizung (Gas, Öl, Wärmepumpe, usw.) möglichst genau auf den tatsächlichen Wärmebedarf des Gebäudes ausgewählt sein, sodass diese über den größtmöglichen Teil der Heizperiode nicht Takten muss(an/aus/…). Brennstoffheizungen kommen mit takten besser klar(ältere/alte besser als neuere), aber umso weniger sie takten müssen umso länger leben sie. Wärmepumpen mögen häufigeres Takten gar nicht. Nicht umsonst haben sie in ihrer Anfangszeit einen ehr schlechten Ruf erhalten, da sie oftmals, wie Brennstoffheizungen, großzügig ausgelegt wurden, teils heutzutage immer noch, wodurch sie viel takten müssen und schlimmstenfalls nach wenigen Jahren „ins Gras beißen“. Dazu wird der Energieverbrauch durch häufigeres Taken signifikant erhöht. Durch viel an/aus (= aufheizen/abkühlen) wird in der Aufheizfase mehr Energie benötigt als für gleichmäßiges Warmhalten, da hierfür höhere Vorlauftemperaturen benötigt werden. Nun wird die Takthäufigkeit und somit auch die Temperaturwechsel und die maximale Vorlauftemperatur durch den „smarten“ Regelwahnsinn erhöht. Hohe Vorlauftemperaturen benötigen überproportional mehr Energie als Niedrigere.
Die Heizung versucht die Vorlauftemperatur, je nach Außentemperatur möglich gleichmäßig zu halten, gleichzeitig regeln „smarte“ Regeler im Heizkreisverteiler oder am Heizkörper wild hoch und runter. Das zwingt die Heizung immer wieder die Vorlauftemperatur anzupassen, also auch häufig über das notwendige Maß zu erhöhen.
Nicht zu vernachlässigen ist, dass Gebäudeteile und alle Gegenstände in den heruntergeregelten Räumen abkühlen. Das sorgt dafür, dass die gefühlte Temperatur kühler wahrgenommen. Dadurch heizt man schnell mal 0,5 bis 1Grad mehr bzw. zu viel, dass es sich angenehm anfühlt. Das wiederum führt zu einer unnötig höheren Vorlauftemperatur. Und am Ende nicht zu vergessen: Die Kosten für die achso smarte Regelelektronik.
Sumasumarum = ineffizient!
Um den Irrsinn komplett zu machen fördert und fordert unsere Bundesregierung den hydraulischen Abgleich UND die Anschaffung „smarter“ Geräte zur Einzelraumtemperaturregelung.