Home Assistant 2026.7: Automatisierungen sprechen jetzt deine Sprache
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Andy -
2. Juli 2026 um 20:08 -
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Automatisierungen: Absicht statt Technik
Bislang mussten Nutzer beim Erstellen einer Automatisierung mit den technischen Grundlagen von Home Assistant beginnen: Welche Entität wird beobachtet, welcher Zustand ändert sich, und braucht es einen Status-, einen numerischen oder einen Geräte-Trigger? Diese Fragen sind für erfahrene Anwender Routine, für Einsteiger aber oft die erste große Hürde.
Mit den bereits in Version 2025.12 eingeführten zweckgebundenen Triggern und Bedingungen dreht Home Assistant diesen Ansatz um. Statt technischer Bausteine wählt man jetzt direkt das gewünschte Ereignis aus – etwa „Temperatur unterschreitet Schwellenwert“ oder „Akku niedrig“.
Man muss weder wissen, ob ein Gerät seinen Ladestand als Prozentwert meldet, noch welcher Wert als „niedrig“ gilt. Ein Beispiel aus der Ankündigung: Wenn die Temperatur im Schlafzimmer unter 18 °C fällt, schalte die Heizung ein.
Ein weiterer Vorteil: Die neuen Bausteine lassen sich auf ganze Bereiche statt auf einzelne Geräte anwenden. Eine Automatisierung für „Bewegung im Wohnzimmer“ funktioniert unabhängig davon, ob dort ein oder zehn Sensoren verbaut sind – und bleibt auch dann korrekt, wenn später ein Sensor getauscht oder ergänzt wird.
Auch technische Fallstricke sollen verschwinden: Zustände wie unknown oder unavailable werden von den neuen Triggern automatisch sinnvoll behandelt und Event-Entitäten lösen zuverlässig aus, auch wenn sich ihr Zustandswert nicht sichtbar ändert.
Besonders spannend: Integrationen – auch Community-Integrationen – können künftig eigene Trigger und Bedingungen mitbringen. Eine Waschmaschinen-Integration könnte so direkt einen Trigger „Wäsche ist fertig“ anbieten, ohne dass Nutzer die zugrunde liegenden Zustandswerte kennen müssen.
Wichtig für alle, die sich Sorgen um bestehende Automatisierungen machen: Nichts muss umgeschrieben werden. Alte Automatisierungen, generische Trigger, Templates und YAML-Konfigurationen funktionieren unverändert weiter. Auch für YAML-Nutzer wurde die neue Syntax lesbar gestaltet. Zusätzlich gibt es ab sofort ausführliche Dokumentationsseiten für jeden einzelnen Trigger, jede Bedingung und jede Aktion.
Aktivität: Das Logbuch wird zur Timeline
Das bisherige Logbuch, in Home Assistant künftig „Aktivität“ genannt, wurde von Grund auf neu gestaltet. Statt einer flachen Liste vollständiger Sätze gibt es jetzt eine vertikale Zeitleiste mit farbigen Statuspunkten, gruppiert nach Tagen („Heute“, „Gestern“, Datum). Die Formulierungen stammen nun aus derselben Quelle wie im Rest der Oberfläche, wodurch Einträge konsistenter und mehrsprachig korrekt dargestellt werden.
Zusätzlich zeigt die Ansicht kontextabhängig nur die relevanten Informationen (z. B. keinen Gerätenamen mehr auf der zugehörigen Geräteseite) und macht sichtbar, wer oder was eine Aktion ausgelöst hat – etwa über Avatare bei Nutzern oder Markenicons bei Integrationen. In kompakten Ansichten lässt sich zwischen absoluter und relativer Zeitangabe umschalten.
Update all: Updates auf einen Klick
Die Seite Einstellungen > Updates wurde neu strukturiert. Ausstehende Updates werden jetzt in Karten gruppiert – etwa “Home Assistant” (Core, Betriebssystem, Supervisor), Integrationen mit mehreren offenen Updates (z. B. mehrere ESPHome-Geräte), einzelne Integrationen, Apps und übersprungene Updates. Über den neuen Button Alle aktualisieren lässt sich jede Gruppe mit einem Klick komplett aktualisieren. Home-Assistant-Kernkomponenten bleiben davon bewusst ausgenommen und müssen weiterhin manuell bestätigt werden.
Neue Integrationen
Mit diesem Release kommen zehn neue Integrationen hinzu, darunter unter anderem:
- Aqvify – Überwachung von Brunnen- und Tankfüllständen
- Chef iQ – Bluetooth-Grillthermometer ohne Cloud-Zwang
- Dropbox – Backup-Speicherort über Home Assistant Cloud Account Linking
- Edifier Infrared – Steuerung von Edifier-Lautsprechern per Infrarot
- energieleser – lokale Energie-, Gas- und Wasserzähler-Auslesung
- Envertech EVT800 – lokale Solar-Mikrowechselrichter-Daten
- Greencell – EV-Ladestationen über MQTT
- Helty Flow – dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung
- KlikAanKlikUit – 433-MHz-Funkgeräte
- MELCloud Home – Mitsubishi-Electric-Klimageräte und Wärmepumpen
Bestehende Integrationen wie Alexa Devices, SwitchBot, Tesla Powerwall, Yoto oder Green Planet Energy erhielten ebenfalls spürbare Funktionserweiterungen. Gleichzeitig wurden knapp 20 seit Jahren defekte oder verwaiste Integrationen entfernt, darunter Acer Projector, Mycroft und MS Teams (nach Einstellung der zugrunde liegenden Office-365-Connectors durch Microsoft).
Weitere Neuerungen
- Laufzeiten von Timern lassen sich jetzt nachträglich ändern, ohne sie neu zu starten.
- Energie-, Verlaufs- und Statistikgrafiken laden dank Performance-Optimierungen spürbar schneller.
- Geräte- und Bereichsseiten passen sich responsiv der Bildschirmgröße an.
- Neue eigene Panels für Infrarot- und Funk-Geräte in den Einstellungen.
- Die Geräteverwaltung für ZHA-Zigbee-Geräte wurde von einem engen Dialog auf eine vollwertige Seite mit Tab-Navigation umgestellt.
Für Raspberry-Pi-Nutzer gibt es erstmals eine Update-Entität für die Bootloader-Firmware (EEPROM), die sich direkt über die Updates-Seite installieren lässt – vorausgesetzt, es läuft Home Assistant OS 18 oder neuer.
Wichtige Breaking Changes
Einige Änderungen erfordern Anpassungen an bestehenden Konfigurationen:
- Mehrere Trigger- und Bedingungsschlüssel der neuen zweckgebundenen Automatisierungsbausteine wurden umbenannt (z. B. battery.low → battery.became_low, vacuum.docked → vacuum.returned_to_dock). Alte Schlüssel funktionieren nicht mehr und müssen in betroffenen Automatisierungen ersetzt werden.
- Bei iCloud, StarLine und Tractive entfällt das Attribut battery_level bei Geräte-Trackern zugunsten dedizierter Batteriesensoren.
- Personen-Entitäten melden bei Standortbestimmung über Präsenzscanner nicht mehr automatisch die Koordinaten der Heimzone; stattdessen soll das neue Attribut in_zones verwendet werden.
- Bei Zonen können Personen nun gleichzeitig mehreren Zonen zugeordnet sein, was sich auf Personenzähler und darauf basierende Automatisierungen auswirken kann.
- Z-Wave JS benötigt mindestens Server-Version 3.9.0 (Schema 49).
- Bei Tesla Fleet und Teslemetry liefert der Routen-Tracker nicht mehr den Zielnamen als Zustand, sondern eine zonenbasierte Angabe; der Zielname steht über einen separaten, standardmäßig deaktivierten Sensor zur Verfügung.
Die vollständige Liste aller Änderungen findet sich im Core-2026.7-Changelog.
Quelle:
Artikelbild mit Hilfe von KI erstellt.
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