Die neue Siri, intern als „Campos“ bekannt, soll in iOS 27 weit über die bisherigen Sprachbefehle hinausgehen. Sie wird längere Dialoge verstehen, Kontext merken und komplexe Aufgaben in Apps wie Mail, Fotos oder Nachrichten erledigen – inklusive Text- und Sprach-Chat. Schon in iOS 26.4 kommen erste Verbesserungen via Apples Private Cloud Compute (PCC) mit älteren Gemini-Modellen, doch der volle Chatbot setzt auf die neueste, leistungsstärkere Gemini-3-Generation von Google. Diese Modelle fordern enorme Rechenpower, weshalb Apple mit Google verhandelt, Anfragen direkt auf dessen Cloud-Infrastruktur mit TPUs (Tensor Processing Unit, eine spezialisierte Hardware von Google, die für maschinelles Lernen und neuronale Netze optimiert ist) abzuwickeln, statt alles selbst zu stemmen.
Der Milliarden-Deal mit Google
Apple und Google haben eine mehrjährige Partnerschaft geschlossen, die Gemini-Modelle und Cloud-Ressourcen für Apples KI-Features freigibt – mutmaßlich für rund eine Milliarde Dollar pro Jahr. Der Deal ist nicht exklusiv; Apple testete zuvor OpenAI und Anthropic und könnte später eigene Modelle oder andere Anbieter einbinden. Für Apple ist das ein schneller Weg, um auf über zwei Milliarden Geräten wettbewerbsfähige KI zu liefern, ohne Jahre in eigene Infrastruktur zu pumpen. Neue Verantwortliche wie Craig Federighi und Mike Rockwell priorisieren hier Tempo über Perfektion, um Siri aus dem Image als veralteter Assistent zu holen.
Konflikt mit Private Cloud Compute
Private Cloud Compute, 2024 bei der WWDC vorgestellt, versprach KI in der Cloud mit On-Device-Sicherheit: Eigene Apple-Silicon-Server, minimalistisches OS, Sandboxing und öffentlich überprüfbare Software-Images, nicht mal Apple soll Nutzerdaten einsehen können. Dieser Ansatz war Apples Antwort auf Datenschutz-Skepsis bei Cloud-KI. Nun könnte der Siri-Chatbot genau das umgehen, indem Anfragen über Googles Server laufen – ein Bruch mit dem Ideal „Alles bleibt im Apple-Ökosystem“. Apple plant wohl Verträge, die Google verbieten, Daten für Werbung zu nutzen oder zu speichern, und trennt die KI-Infrastruktur von Tracking-Systemen. Dennoch bleibt die Frage, ob das PCC-Niveau an Transparenz und Isolation erreichbar ist.
Apples lange Cloud-Abhängigkeit
Apple nutzt externe Clouds schon lange: iCloud speichert Daten bei Amazon und Google, zeitweise 8 Exabytes auf Google-Servern – immer mit Apple-Schlüsseln für Verschlüsselung. Neu ist, dass ein sensibles Feature wie der Chatbot mit Nutzereingaben dauerhaft durch Drittanbieter läuft. Das untergräbt das Narrativ „What happens on your iPhone, stays on your iPhone“, das Apple gegen datenhungrige Konkurrenten wie Google aufbaute. Kritiker sehen hier einen Kompromiss zugunsten von Marktzwang: ChatGPTs Erfolg zwingt Apple, mitzuhalten, auch wenn der Idealismus leidet.
Warum Pragmatismus siegt
Große Modelle brauchen massives GPU/TPU-Volumen, das Google hat. Unter Druck, KI nicht zu versäumen, wählt Apple die Abkürzung: Gemini jetzt, eigene Modelle später. Nutzer profitieren von besserer Siri – längeren Chats, tieferer App-Integration und smarteren Antworten –, solange Apple klärt, wann was lokal, via PCC oder Google läuft. Optionen wie „Nur On-Device“ könnten kommen, um die Wahl zu lassen. Langfristig könnte Apple Siri modularisieren, um flexibel zu bleiben.
Dieser Wandel zeigt: Selbst Datenschutz-Pioniere passen sich an, wenn Technik und Markt es fordern. Für Nutzer in Deutschland und anderswo heißt das: Stärkere Siri ab Herbst 2026.
Quellen: 9to5mac, macrumors, maclife
Über den Autor
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Ich sorge für den richtigen Rhythmus zwischen Innovation und echtem Nutzen.
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