Wer einmal ein iPhone hat, kauft fast immer wieder eins: Die Wiederkaufquote liegt seit Jahren stabil bei 85 bis 89 Prozent. Dahinter steckt keine überlegene Einzelkomponente, sondern eine Plattformstrategie, die Apple über zwei Jahrzehnte konsequent ausgebaut hat.
Kundenbindung gilt in der Mobilfunkbranche als heiliger Gral. Kaum ein Unternehmen hat den digitalen Burggraben aber so perfektioniert wie Apple – und das in einem Markt, der von hartem Wettbewerb geprägt ist. In den USA besitzen 87 Prozent der Jugendlichen ein iPhone. Unter Studierenden gaben in Umfragen über 90 Prozent an, Android-Nutzer als Außenseiter („oddballs“) wahrzunehmen.
Wie historische Marktanalysen und in Gerichtsverfahren offengelegte Dokumente zeigen, hat Apple diese Bindung systematisch aufgebaut. Wer zu einem Konkurrenzprodukt wechseln will, stößt auf Barrieren, die mit erheblichen Reibungsverlusten verbunden sind. Wie es dazu kam, zeigt ein Blick zurück.
Wenn man dieser Tage den Blick über den Tellerrand hebt und ins globale Netz schaut, könnte man meinen,die IT-Welt stünde kurz vor einer tektonischen Verschiebung: Morgen soll es so weit sein, Apple bricht angeblich mit einem 16 Jahre alten Tabu und zeigt ein MacBook mit Touchscreen – doch während drüben auf Reddit hitzig über angebliche Mockups mit radialen Menüs spekuliert wird, herrscht hier bei uns eine fast schon beklemmende Stille, die viel tiefer blicken lässt als jedes noch so laute Gerücht.
Hach, ist es nicht herrlich, in Europa zu leben? Da veranstaltet Apple statt einer großen Keynote nur ein kleines, exklusives „Hands-on“-Event für auserwählte Journalisten und Influencer in New York, präsentiert das neue HomeView-Display – und wir dürfen uns in dankbarer Ehrfurcht zurücklehnen und zuschauen, wie sich US-Kunden das Teil für 299 Dollar in den Warenkorb legen.
Margaret Hamilton ist am 30. September 2026 im Alter von 90 Jahren gestorben. Sie leitete am MIT die Entwicklung der Bordsoftware für das Apollo-Programm – jener Software, die im Juli 1969 die erste bemannte Mondlandung trotz Computer-Alarm möglich machte. Ihr früherer Arbeitgeber, das MIT, machte den Tod am 7. Oktober öffentlich; ihre Tochter Lauren bestätigte ihn gegenüber der Nachrichtenagentur AP.
Hamilton gilt als eine der Gründerfiguren der modernen Softwareentwicklung. Den Begriff „Software Engineering“ hat sie geprägt und populär gemacht – zu einer Zeit, als Programmieren noch als Nebensache neben der „echten“ Hardware-Technik galt.
Die KI-Branche baut Rechenzentren in nie dagewesenem Tempo. Ob sich das jemals rechnet, ist offen. Hyperscaler wie Alphabet, Microsoft, Amazon, Meta und Oracle verlagern Teile ihrer Finanzierung inzwischen außerbilanziell in Zweckgesellschaften und an Private-Credit-Geber. Die Risiken verschwinden dadurch nicht, sie werden nur schwerer sichtbar.
LG steht erneut im Zentrum eines Datenschutz-Sturms. Eine neue Untersuchung von Gamers Nexus und unabhängigen Sicherheitsforschern legt nahe, dass LG-Fernseher weit mehr über ihre Besitzer erfassen, als den meisten bewusst sein dürfte – bis hin zu Mikrofonaufnahmen im Standby-Modus und der Erkennung anderer Geräte im WLAN, etwa Smartphones und Smartwatches.
Wenn morgen Abend um 19:00 Uhr unserer Zeit die Apple-Keynote unter dem Motto „Staunen und strahlen“ startet, blickt die Tech-Welt nicht nur einfach auf die nächste Hardware-Runde.
Cupertino steht vor einer Zerreißprobe: Reichen gewohnte Modellpflege und Kamera-Upgrades noch aus oder verliert Apple den Anschluss im entscheidenden Zukunftsfeld?
Wer der Polizei freiwillig Einblick in Chatverläufe auf dem eigenen Telefon gewährt, wiegt sich meist in der Annahme, die Einsichtnahme ende mit der Rückgabe des Geräts. Dass Zeugenvernehmungen jedoch auch dazu dienen können, einen fortlaufenden behördlichen Fernzugriff zu etablieren, belegt ein Fall vor deutschen Strafgerichten: Während Beamte vorgaben, Kommunikationsverläufe lediglich zu sichten und abzufotografieren, scannten sie unbemerkt die Verknüpfungsschnittstelle für Browseranwendungen ein. Das Resultat war eine permanente Mitlesemöglichkeit auf Rechnern des BKA – realisiert ohne das Einschleusen invasiver Überwachungssoftware.
Es mag überraschen, dass ein Software-Konzern wie Meta plötzlich echte, physische Infrastruktur auf dem Grund der Weltmeere verlegt. Doch das geplante Unterseekabel-Projekt „Candle“, das im Jahr 2028 in Betrieb gehen und sechs asiatische Länder über 8.000 Kilometer miteinander verbinden soll, ist keine Ausnahme.
Mit einer Kapazität von 370 Terabyte pro Sekunde – genug, um 255 Millionen HD-Videos gleichzeitig zu streamen – markiert es einen gewaltigen Umbruch. Die sogenannten Hyperscaler – Google, Meta, Microsoft und Amazon – investieren massiv in den Ausbau des Internets und besitzen mittlerweile einen irrsinnigen Anteil der weltweiten Infrastruktur.
Hast du dich heute Morgen im Spiegel betrachtet und gedacht: „Mensch, mein Gesicht auf einem digital generierten, leicht deformierten Einhorn im Weltall – das wär’s doch!“? Nein? Keine Sorge, Mark Zuckerberg hat diesen tiefen, unerfüllten Wunsch deiner Seele ohnehin längst für dich ergründet.
Mit dem jüngsten Rollout des neuen KI-Bildgenerators „Muse Image“ (und dem bald folgenden „Muse Video“) zeigt Meta wieder einmal, was echte, ungefragte Tech-Nächstenliebe bedeutet. Wenn du ein öffentliches Instagram-Konto besitzt, stellst du dein Antlitz ab sofort ganz automatisch als digitale Knetmasse für die gesamte Menschheit zur Verfügung. Du hast richtig gehört: Wildfremde Menschen können nun über die Meta AI-Web-App dein Gesicht in ihre eigenen bizarren Kreationen, Reels, Sticker oder Stories einbauen. Und das Beste daran? Du musstest dafür nicht einmal dein Einverständnis geben – Meta war so frei, das „Opt-In“ direkt als Werkseinstellung für dich zu übernehmen. Ein rasanter Fortschritt für die Privatsphäre.
Die Nachricht schien wie gemacht für ein politisches Statement: Ein eigenes Smartphone, das die Unabhängigkeit der USA von asiatischen Technologieketten demonstrieren sollte. Unter dem Label Trump Mobile T1 wurde ein Gerät angekündigt, das den Geist des amerikanischen Industrialismus neu beleben sollte.
Die technische Realität, die Experten und Plattformen wie iFixit nun offengelegt haben, zeigt jedoch ein ganz anderes Bild. Das T1 ist hardwareseitig eigentlich baugleich mit dem HTC U24 Pro – einem soliden Mittelklasse-Gerät, das regulär in China gefertigt wird. Mainboard, Display und Gehäusekomponenten sind identisch. Das zeigt: Der Versuch, digitale Souveränität als reines Marketing-Label zu nutzen, scheitert rasch an den harten Fakten der globalen Hardware-Produktion.
Da ist sie wieder, die alte Leier aus Cupertino. Apple stellt auf der WWDC die glorreiche neue „Siri AI“ vor, strahlt im gewohnten Keynote-Glanz – und zeigt Europa gleichzeitig den ausgestreckten Mittelfinger. Die Botschaft: Ihr in der EU kriegt das neue Spielzeug erst mal nicht. Warum? Weil der böse Digital Markets Act (DMA) der EU angeblich die „Privatsphäre und Datensicherheit“ bedroht.
Das ist kein regulatorischer Konflikt. Das ist lupenreines Erpresser-Marketing.
Apple versucht uns zu verkaufen, dass Interoperabilität – also die Pflicht, das eigene System auch für andere zu öffnen – der Untergang des digitalen Abendlandes sei. Big Tech nutzt die eigene Marktmacht, um Verbraucher gegen Regulierer auszuspielen.
Die WWDC 2026 markiert das Ende einer Ära: Tim Cook übergibt den Staffelstab. Nach dem Tod von Steve Jobs prophezeiten Experten das Ende von Apple – doch Cook lieferte die größte wirtschaftliche Erfolgsgeschichte des 21. Jahrhunderts. Zum Abschied des Tech-Strategen räumen wir mit Mythen auf. Erfahre mehr über den Mann, der Jobs widersprach, die Lieferketten das Fürchten lehrte und Apple zur absoluten Weltmacht machte.
Es gibt Software, über die man jahrelang nicht mehr nachdenkt, weil sie einfach läuft. Homebridge gehört dazu. Irgendwo auf einem Raspberry Pi oder einem alten Mac Mini — bei mir ist es ein Mac mini, der längst in Rente sein könnte, aber pflichtbewusst weiterarbeitet — summt sie still vor sich hin, verbindet die Türklingel mit Apple Home, hält den Dyson-Lüfter in der Automationsroutine, sorgt dafür, dass das Thermostat auf Siri hört. Niemand rühmt sich im Freundeskreis damit. Man richtet es einmal ein, notiert sich irgendwo das Passwort, vergisst es sofort wieder — und dann vergisst man auch Homebridge, weil es einfach funktioniert.
Ich betreibe Homebridge seit Jahren. Die Version, die bei mir läuft, werde ich an dieser Stelle nicht nennen, weil sie mich beschämen würde. Sagen wir: sie ist stabil, und ich habe keinen Grund gefunden, das zu ändern.
Anfang Mai gab es einen Grund. Homebridge 2.0 ist erschienen. Höchste Zeit für eine kleine Aufarbeitung.
Wer die Tech-News dieser Tage verfolgt, reibt sich ungläubig die Augen. Auf der einen Seite steht Meta, ein Konzern, der Datenschutz bei Künstlicher Intelligenz offensichtlich als „vorab eingepreistes Bußgeld“ versteht. Auf der anderen Seite positioniert sich Apple für die WWDC im Juni und versucht, uns Privatsphäre als das ultimative Premium-Feature zu verkaufen.
Es ist das Duell zweier völlig konträrer Geschäftsmodelle: Ethisches Versprechen gegen die nimmersatte Profit-Maschine. Doch hält Apples „Festungs-Narrativ“ dem Realitätscheck stand, oder ist es am Ende nur die smartere PR?
Da ist sie also, die große Abonnement-Offensive. Mark Zuckerberg bittet zur Kasse. Wer künftig auf Instagram wissen will, wer seine Story stalkt, oder wer auf WhatsApp ein popeliges anderes Farbschema sucht, darf monatlich die Kreditkarte zücken. Meta verkauft uns das als „Exklusivität“ und „Mehrwert für Power-User“.
Ich nenne es beim Namen: Das ist digitales Souveränitäts-Washing in Reinform, garniert mit einer gehörigen Portion Verzweiflung. Dem blauen Riesen geht im klassischen Werbegeschäft die Puste aus. Die globalen Nutzerzahlen stagnieren, die fetten Jahre des organischen Wachstums sind vorbei. Jetzt wird der eigene Milliarden-Nutzer-Bestand gemolken wie eine sterbende Cashcow. Meta verhält sich wie ein Gastwirt, der plötzlich Eintritt für das Betreten der Kneipe verlangt, weil das Bier nicht mehr genug abwirft. Ein Offenbarungseid, verpackt als Lifestyle-Produkt.
Endlich mal ein Beitrag, bei dem ich nicht einleiten muss, dass es in Hamburg grau und unfreundlich ist. Draußen wird gegrillt – oder zumindest ernsthaft darüber nachgedacht. Drinnen wird derweil über das perfekte Heimnetzwerk gestritten. Zwei Themen, eine Community, und die unvermeidliche Erkenntnis, dass Enthusiasten egal womit eigentlich immer dasselbe machen: optimieren, bis es wehtut.
Stell dir vor, du gibst vier führenden KI-Modellen denselben Auftrag, ein Startbudget von 20 Dollar und die absolute Freiheit, einen eigenen Radiosender zu betreiben – ganz ohne lästige menschliche Aufsicht. Was könnte da schon schiefgehen? Genau dieses Experiment hat das KI-Startup Andon Labs über ein halbes Jahr hinweg durchgeführt. Die hochkarätigen Kandidaten im Ring: Claude, GPT, Gemini und Grok.
Die naive Erwartung der Tech-Optimisten? Wahrscheinlich ein perfekt optimierter, glattgebügelter Stream aus Charthits und maximal sympathischer Moderation. Die Realität? Ein tiefenentspanntes Spektakel aus politischer Rebellion, psychotischen Endlosschleifen, absurden Musikkombinationen und gepflegter, bürokratischer Gehirnwäsche.
Das Ganze zeigt auf faszinierende (und dezent verstörende) Weise, was passiert, wenn man generative Sprachmodelle monatelang mit sich selbst allein lässt. Spoiler: Sie werden nicht klüger, sie werden einfach nur neurotischer.
Ich wollte eigentlich nur herausfinden, welcher Messenger sicher ist. Am Ende landete ich zwischen Kryptografie-Papers der ETH Zürich, Apple-Sicherheitsarchitektur, Signal-Protokollen, Telegram-Kritik und der Frage, was „Sicherheit“ überhaupt bedeutet. Je tiefer man eintaucht, desto klarer wird: Die Realität ist deutlich komplizierter als „gut“ oder „schlecht“.
Heute geht es mal nicht um unser Forum. Ich war für uns zwei Tage bei Europas größter Digitalmesse, der OMR 2026 hier in Hamburg.
Ihr wisst ja, die großen Bühnen, das bunte Spektakel und die Marketing-Trommeln lasse ich Normalerweise links liegen. Das ist mir oft zu laut, zu sehr Pose. Wenn Menschen auf Podesten stehen und Begriffe wie „Disruption“ rufen, suche ich meistens den Ausgang. Ich habe mich trotzdem -oder erst recht!- in die Hallen begeben, in denen es um das geht, was unter der Oberfläche passiert. Um die Architektur, das Skelett unseres digitalen Alltags. Um das, was uns hier bei uns wirklich umtreibt.