Hi zusammen
Ich betreibe mehrere Ubiquiti/UniFi Gateways und beschäftige mich aktuell damit, ob und wie ich IPv6 in meinen Netzwerken sinnvoll aktivieren soll.
Bei meinen bisherigen Recherchen in Foren, älteren Beiträgen und auch bei Empfehlungen von KI-Tools kommt sehr oft dieselbe Aussage: IPv4 nutzen, IPv6 eher deaktiviert lassen. Diese Einschätzung scheint schon seit Jahren relativ verbreitet zu sein.
Der Hauptgrund scheint meistens nicht zu sein, dass IPv6 grundsätzlich schlecht wäre, sondern dass es das Netzwerk deutlich komplexer macht. Man muss sich zusätzlich mit Prefix Delegation, IPv6-Firewall-Regeln, DNS, VLANs, Privacy Extensions und teilweise auch mit parallelen Regelwerken beschäftigen. Gerade bei mehreren VLANs oder mehreren Standorten bedeutet das schnell doppelten Pflegeaufwand.
Gleichzeitig sehe ich, dass UniFi mit neueren Versionen wie Network 10.4 IPv6 offenbar deutlich besser integriert, z. B. mit besserer IPv6-Erkennung, WireGuard über IPv6 und neuen Routing-Funktionen. Deshalb frage ich mich, ob sich die Einschätzung inzwischen geändert hat.
Wie seht ihr das heute?
Nutzt ihr IPv6 produktiv auf UniFi Gateways, oder bleibt ihr weiterhin bewusst bei IPv4-only?
Mich würden vor allem praktische Erfahrungen interessieren:
- Läuft IPv6 bei euch stabil im Alltag?
- Wie handhabt ihr die Firewall-Regeln bei mehreren VLANs?
- Gibt es konkrete Vorteile, die ihr wirklich im Alltag merkt?
- Nutzt ihr WireGuard oder Site-to-Site-Verbindungen über IPv6?
- Würdet ihr IPv6 heute für private oder kleine Business-Netzwerke empfehlen?
Ich bin grundsätzlich offen dafür, IPv6 langsam zu aktivieren, möchte aber vermeiden, mir unnötig Komplexität und zusätzliche Fehlerquellen ins Netzwerk zu holen.
Danke für eure Erfahrungen und Einschätzungen.