[Gedankenexperiment] If I could turn back time...

  • Ich würde mein Leben genauso leben, wie ich es bisher erlebt und gelebt habe.

    So zwischen 2005 und 2007 habe ich viel über Friendscout24 gedatet. Na ja, "viel" ist relativ. Aber da waren echt ein paar "witzige" Frauen dabei. Im Nachhinein hätte ich mich doch mehr auf das eine oder andere Abenteuer einlassen sollen. :saint:

    Aber mein Leben lief ansonsten schon gut, wobei ich meiner damaligen Klassenlehrerin auf der Handels- und höheren Handelsschule noch heute sehr dankbar dafür bin, dass sie mich und meine Eltern davon überzeugen konnte, Abitur zu machen. Das war eine der wichtigsten Weichenstellungen in meinem Leben, ohne die ich niemals in den Beruf gekommen wäre, den ich heute ausüben darf. Ebenso dankbar bin ich dem Betrieb, in dem ich während der Realschule mein Koch-Praktikum machte. Danach wusste ich, dass ich diesen Job niemals ausüben wollte. Und somit war auch klar, dass ich den Landgasthof meiner Eltern nicht übernehmen würde. Oh man, ich mag gar nicht darüber nachdenken, wenn es anders gekommen wäre.

  • Wir hatten das auch schon mal im anderen Forum, und ich fand es sehr erschreckend. Studien zeigen, dass in Deutschland 70-85% der Menschen unglücklich in Ihrem Job sind.

    Da kann ich gar nicht mit reden, da ich super glücklich bin. Habe jetzt z.B. wieder 9 Tage frei, würde aber gerne arbeiten, bzw. freue mich schon wieder auf die Arbeit. Und das seit nun 22 Jahren. Man verbringt so viel Zeit im Job, dass es so schade ist, wenn die Leute da keinen Spaß haben.

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  • Man verbringt so viel Zeit im Job, dass es so schade ist, wenn die Leute da keinen Spaß haben.

    Häufig ist es aber gar nicht mal der Job selbst, sondern es sind die Randbedingungen, die einem den Spaß verderben.

  • Das zählt für mich alles zum Oberbegriff Job.

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  • Ich war mal auf einem 3-tägigen Workshop. Von der Firma bezahlt. Der fand in einem Hotel "jenseits der Zivilisation" statt. Das Motto war "Love it, change it or leave it" und es ging im Wesentlichen darum, dass die Zeit, die wir haben hier und jetzt die beste Zeit ist, die wir haben können. Und wenn dem nicht so sein sollte, hätten wir es selber in der Hand. Der Coach leitete mit den Worten ein: "Wir hatten schon Firmen, die es bereut haben, ihre Mitarbeiter hierher geschickt zu haben, weil sie direkt im Anschluß gekündigt haben".

    Das war ein sehr guter und sehr intensiver Workshop. Aber man darf nicht vergessen, dass nicht jeder seinen Job einfach wechseln kann, wenn er zu dem Schluß kommt "leave it" wäre die beste Option. In Ländern außerhalb unserer Wohlstandsgesellschaft schon mal gar nicht...

  • Das zählt für mich alles zum Oberbegriff Job.

    Aber einige Dinge, die deinen Job betreffen, lassen sich einfach nicht beeinflussen und können dazu führen, dass du den Spaß verlierst. Sei es meinetwegen ein neuer Chef bis hoch zum CEO, mit dessen Maßnahmen du nicht klar kommst, oder wirtschaftliche Herausforderungen einhergehend mit Zukunftssorgen und die Angst, dass du ggf. auf einer schwarzen Liste zum Stellenabbau steht.

  • Klar. Aber es bleibt immer noch die Möglichkeit der Veränderung. Meist scheitert das aber an Bequemlichkeit, oder dass der Leidensdruck noch nicht hoch genug ist, usw.

    Geht nicht, gibts nicht. Sehe ich oft bei Kollegen, die medizinisch den Job wechseln müssen. Oder bei mir damals, als die Firma insolvent ging. Da dachte ich auch, es ist vorbei. Aber nach der Trauer muss man sich an der Schwanzspitze aus dem Dreck ziehen. Viele fallen in ein Loch. Die, die wollen, leben jetzt genau so gut, wie vorher.

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  • Der Film „Up in the air“ ist klasse. Alleine die Geschichte mit dem Rucksack ist schon Gold wert.

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  • Ich finde das ein unfassbar spannendes Thema, was wir hier gerade aufbauen. Man muss aber auch wissen, dass es sehr komplex ist und sich auch in unterschiedliche Meinungsrichtrungen entwickeln kann.

    Wir wollen uns ja auf keinen Fall gegenseitig auf den Schlips treten.

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  • Was ich auch empfehlen kann ist das Buch "Das Kind in dir muss Heimat finden." Ist für jedes Alter gemacht, zu spät ist es bekanntlich ja nie.

    Ein bisher sehr interessanter Thread.

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  • Also erstmal möchte ich (natürlich?) nicht dasselbe Leben nochmal leben exakt mit dem heutigen Wissen. Wobei das vermutlich kaum möglich ist, weil es sich ja ändert sobald man sich mal anders verhält oder entscheidet.

    Mit der heutigen Haltung und dem abstrakten Erfahrungsschatz, das fände ich interessanter.

    Aber ich sehe es auch so, dass mich alle ups und downs zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin und damit bin ich sehr zufrieden.

    Eine überstandene Krebserkrankung hat dazu auch maßgeblich beigetragen. Ich habe zwar nicht alle (die wenigsten?) der damaligen Vorsätze umgesetzt…Ich arbeite immer noch zu viel, rege mich dort manchmal über zu kleine Dinge auf usw. Aber es hat meine Dankbarkeit für all die kleinen und großen Dinge deutlich erhöht, die aus meiner Sicht viele Menschen viel zu wenig wahrnehmen. Ich ruhe mehr in mir, bin meist glücklich und habe erfahren, dass ich Optimist bin, was mir vorher gar nicht so klar war 😉

    Danke für den Thread!

  • Aber es hat meine Dankbarkeit für all die kleinen und großen Dinge deutlich erhöht, die aus meiner Sicht viele Menschen viel zu wenig wahrnehmen.

    Diese Dankbarkeit wird vielen Leuten auch erst bewusst, wenn sie mal (schwer) krank sind.

    Vorher interessiert es niemand und man macht sich keinen Kopf.

    Allerdings denke ich auch seit Vorfällen im Bekanntenkreis: Wieso machen wir uns alle Gedanken u. Sorgen, was die weit entfernte Zukunft betrifft - wenn es bei jedem morgen vorbei sein kann? Etwas vorausschauend leben, klar. Versuchen, im Alter auf niemand angewiesen sein - ok.

    Aber jeder sollte das Leben leben! Jetzt und hier.

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  • Aber jeder sollte das Leben leben! Jetzt und hier.

    Richtig. Aber noch viel wichtiger, finde ich: Das zu schätzen wissen, was man hat!

    Nicht immer alles schnell abhaken und weiter, weiter, weiter, höher und schneller. Sondern die Dankbarkeit richtig empfinden und sich die großen und kleinen Wunder des Lebens richtig bewusst machen. Schon hat man ein viel tolleres Leben, obwohl man außer in sich drin nicht viel geändert hat 😉

  • Das mit der Dankbarkeit verstehe ich nicht. Wem soll ich denn dankbar sein? Meinen Eltern? Der Natur? Dem Zufall?

    Zu einem guten Leben gehört auch eine ordentliche Portion Glück. Bisher bin ich nicht schwer erkrankt, aber das kann ich auch nur zum Teil beeinflussen durch ein halbwegs vernünftiges Leben, das aus einer guten Mischung aus Vernunft und Unvernunft besteht.

  • Wem auch immer?! Man kann dankbar sein, hier zu sein. Aber das ist mehr was philosophisches?

    Man selbst kann nichts dafür, dass man hier ist. Also kann man dankbar gegenüber den auch von dir schon genannten Punkte sein.

    Und wenn man das nicht will - dann ist es so. Aber die meisten sind ja froh, zu sein.

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  • Mal finde ich es schön zu leben, mal weniger. Für mich als Atheist ist Dankbarkeit da der falsche Begriff. Ich hab einfach mehr Glück gehabt als andere. Und ich habe auch etwas für mein Leben getan, damit es so ist, wie es ist. Dankbar bin ich meinen Eltern dafür, dass sie mir diese Möglichkeiten gegeben haben, aber weniger dafür, dass sie mich in die Welt gesetzt haben. Das war mehr oder weniger Zufall.

  • Puh, das ist echt hartes Zeug, was du so schreibst. Dankbarkeit hat in dem Kontext nichts mit Glauben als solches zu tun. Dankbarkeit da zu sein, Dankbarkeit für Gesundheit, Dankbarkeit für gesunde Kinder (oder hast du nur eins?), Dankbarkeit für einen guten Job mit gutem Gehalt.

    Glück hast du gehabt? Viel Glück ist halt irgendwann auch können. Ich finde du ziehst dich selbst zu sehr runter und siehst alles deutlich zu negativ. Mit deinem Bildungsgrad wird sich mit Sicherheit ein passendes Gegenstück da draußen finden. Würde mich an deiner Stelle mal bei einer Partnerbörse anmelden, wenn es so nicht klappt und dann mal schauen, was so Markt los ist.

    Ich glaube langsam nämlich, dass du zwar sagst das alleine leben das schönste ist, nur manchmal macht man sich selbst was vor. Wenn du eine interessante Frau triffst, welche dein Leben vielleicht auf den Kopf stellst, dann sehen wir einen anderen BitterLeaf42. Was hättest du zu verlieren?

    Und was passiert ist im Rahmen von Beziehungen ist passiert, dein Leben ist noch nicht vorbei. Reflektiere ein wenig, was auch du vielleicht falsch gemacht haben könntest, stell das ab für eine neue Frau und alles kann mehr Spaß machen. Gib dir einen Ruck!

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