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Zwischen den Threads: KW 01

  • Holger
  • December 31, 2025 at 2:01 PM
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Mein ganz persönlicher Jahresabschluss.

Moin.

Nun, da die Läden für dieses Jahr endgültig geschlossen haben, legt sich eine seltsame, fast watteartige Stille über die Stadt. Hier oben im Norden ist das Licht um diese Jahreszeit ohnehin eher eine Ahnung als eine Tatsachenbehauptung. Es ist dieser Moment, kurz bevor das neue Jahr die Tür eintritt, in dem man unweigerlich Bilanz zieht. Nicht die laute, instagram-taugliche Bilanz mit Best-of-Reels und Sektgläsern, sondern die leise, die man macht, wenn man auf den ausgeschalteten Bildschirm seines Macs starrt und das eigene Spiegelbild darin sieht.

Ich sitze hier, der Kaffee ist schwarz und heiß, und scrolle mich durch das, was wir – und damit meine ich uns alle hier bei uns auf generation-i.de – in den letzten Wochen so hinterlassen haben. Es ist faszinierend. Wir sind ein Haufen von Technik-Enthusiasten, Skeptikern und Bastlern.

Wir sind Familie. Und wie in jeder guten Familie wird am Tisch auch mal über das richtige Besteck gestritten, oder in unserem Fall: über das richtige Übertragungsprotokoll.

Weißt du, manchmal erinnert mich das Treiben hier an den Versuch, die perfekte Bolognese zu kochen. Nicht das Zeug aus dem Glas, das man in der Hektik des Alltags über die Nudeln kippt. Ich meine dieses stundenlange Köcheln an einem Sonntag, das man in der Emilia-Romagna fast als Religion betrachtet. Ich erinnere mich, wie ich einmal in Bologna in einer kleinen Trattoria in die Küche spähen durfte. Der Koch, ein Mann mit Händen so groß wie Bratpfannen, rührte das Soffritto – Karotten, Sellerie, Zwiebeln – so zärtlich, als würde er ein Kind in den Schlaf wiegen. Er sagte mir: „Geduld ist die wichtigste Zutat. Wenn du das Feuer zu hoch drehst, verbrennt die Seele.“

Genau so fühlt sich das hier manchmal an. Wir drehen das Feuer nicht hoch. Wir lassen die Themen köcheln.

Nehmen wir nur mal die letzten Tage und den „Der KNX-Thread“. Das ist unser Soffritto. Da diskutieren wir nicht einfach über Kabel. Da geht es um Weltanschauungen. Wenn Thorsten dort die Meinung vertritt, ein Smart-Home-System sollte möglichst nicht per WLAN laufen, dann nicke ich vor dem Bildschirm. Da ist sie, die alte Schule der Zuverlässigkeit. Kabel ist Kabel ist Kabel. Aber dann kommt Dampf um die Ecke, oder BenSisko, und die Diskussion verästelt sich in die Tiefen von Nachrüstungen, funkbasierten Lösungen und der Frage, ob Fachleute eigentlich immer Fachleute sind. Ich habe das mit einem Schmunzeln gelesen. Wir suchen hier nach Perfektion in einer unperfekten Welt. Da wird darüber philosophiert, dass auch KNX keine Garantie ist, wenn der Vermieter kein Geld in die Hand nehmen will. Es ist diese Detailverliebtheit, die ich an uns liebe. Da draußen in der Welt schreien alle „KI hier, Algorithmus da“, aber hier bei uns machen wir uns Gedanken darüber, ob der RF Multi Funk im Einfamilienhaus nun endlich „Fahrt aufnimmt“. Das erdet. Das ist Handwerk. Das ist wichtig.

Und während wir uns hier in den technischen Eingeweiden unserer Häuser suhlen, zieht draußen die große Apple-Welt ihre Kreise – manchmal seltsam entrückt. Erinnerst du dich an den Thread „NEWS: Apple streicht Stellen im Vertrieb“? Das war so eine Nachricht, die kurz aufploppte und dann durchsickerte. Man liest das, registriert es, und doch bleibt dieses leise Unbehagen. Apple, dieser Gigant, der unsere Werkzeuge baut, wirkt oft so unnahbar wie ein Monolith. Wir nutzen ihre Geräte, wir lieben die Haptik, das Zusammenspiel, dieses „Es funktioniert einfach“ – meistens jedenfalls. Aber wenn dann solche Nachrichten kommen, merkt man, dass hinter dem glänzenden Aluminium kalte Bilanzen stehen.

Ich beobachte das mit einer gewissen Distanz. Ich bin zu alt, um bei jeder Apple-Keynote in Ohnmacht zu fallen, und zu erfahren, um nicht zu wissen, dass auch in Cupertino nur mit Wasser gekocht wird (vermutlich iWater, dreifach gefiltert, für 5 Dollar den Liter). Aber es beschäftigt uns. Wir fragen uns, wohin die Reise geht. Wird der Service schlechter? Wird die "Magie" rationalisiert? Aber wir lassen uns davon nicht verrückt machen. Wir gehen zurück in unsere Threads und helfen uns selbst. Wenn Apple den Support kürzt, dann ist die Community hier die Antwort. Das ist das Schöne an generation-i.de. Wir sind der Support, den wir uns wünschen.

Zwischen diesen großen Themenblöcken – der Hausautomation, die unser Zuhause steuert, und dem Apple-Universum, das unsere Kommunikation prägt – liegen die kleinen Perlen des Alltags. Hast du mal darauf geachtet, wie wir hier schreiben? Im Thread „Rund um Texte“ ging es neulich um die Kennzeichnung von Off-Topic-Inhalten. Das klingt für Außenstehende bürokratisch. „Typisch deutsch“, würde mancher vielleicht sagen. Aber ich sehe das anders. Es ist ein Ausdruck von Respekt. Indem wir unsere Gedanken sortieren, indem wir sagen: „Hey, das hier gehört eigentlich nicht ganz zum Thema, aber ich will es dir trotzdem sagen“, zeigen wir, dass wir die Zeit des anderen wertschätzen. Wir rotzen unsere Meinung nicht einfach ins Netz. Wir formatieren sie. Wir strukturieren. Wir geben uns Mühe. In einer Welt, in der Kommunikation oft nur noch aus Emojis und Satzfragmenten besteht, ist das hier eine Oase der ganzen Sätze. Das genieße ich sehr.

Wenn ich dann den Laptop zuklappe und in den Hamburger Abend hinausgehe, sehe ich die Dinge oft mit anderen Augen. Ich sehe die Menschen an der Ampel, wie das bläuliche Licht ihrer Smartphones ihre Gesichter fahl macht. Alle sind vernetzt, aber keiner ist verbunden. Neulich stand ich an der Kasse im Supermarkt. Vor mir ein junger Mann, der so vertieft in sein Gerät war, dass er nicht merkte, wie die Kassiererin ihn dreimal nach seiner Karte fragte. Als er endlich aufblickte, war da keine Entschuldigung, nur ein genervtes Seufzen. Er hielt seine Watch an das Terminal, es machte Ping, und er war weg. Ich dachte mir: Wir haben all diese Technik, diese unfassbare Rechenleistung am Handgelenk – ich selbst trage meine Apple Watch ja auch und möchte sie nicht missen, gerade für den schnellen Blick auf die Statusmeldungen –, aber nutzen wir sie, um mehr Zeit zu haben? Oder füllen wir nur jede leere Sekunde mit noch mehr Input? Hier im Forum habe ich das Gefühl, wir nutzen die Technik, um bewusster zu leben. Um Dinge zu automatisieren, damit wir den Kopf frei haben. Draußen scheint es oft umgekehrt: Die Technik automatisiert die Menschen.

Das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu. Es war ein Jahr voller kleiner und großer technischer Sprünge. Wir haben neue iPhones gesehen, wir haben über Matter und Thread diskutiert, bis die Köpfe rauchten, und wir haben uns gegenseitig geholfen, wenn HomeKit mal wieder „Keine Antwort“ zeigte. Aber was bleibt, ist nicht die Hardware. Was bleibt, ist das Gefühl, nicht allein zu sein mit seinem Spleen. Dass da draußen, am anderen Ende der Glasfaserleitung, jemand sitzt – vielleicht in München, vielleicht in Bern, vielleicht im Ruhrpott –, der genau versteht, warum es einen wahnsinnig macht, wenn die Automation für das Flurlicht eine halbe Sekunde zu spät auslöst.

Diese Gemeinschaft ist wertvoll. Sie ist der ruhige Hafen in der aufgeregten See des Internets. Wir müssen uns nicht anschreien, um gehört zu werden. Wir müssen nicht die Moralkeule schwingen, um recht zu haben. Wir beobachten, wir analysieren, wir frickeln. Und manchmal lachen wir auch einfach über die Absurdität des Ganzen.

Und nun stehen wir hier, kurz vor Silvester. Die Frage aller Fragen, die Deutschland jedes Jahr aufs Neue spaltet wie kaum eine andere (außer vielleicht Tempolimit oder ob Nutella mit oder ohne Butter gegessen wird), steht im Raum.

Wie hältst du es eigentlich mit dem Jahreswechsel?

Bist du der Typ, der dem alten Jahr mit lautem Knall den Garaus machen muss? Der Raketen in den Himmel jagt, um die bösen Geister (oder den Frust über das letzte iOS-Update) zu vertreiben? Oder stehst du eher mit einem Glas in der Hand am Fenster, schaust dem bunten Treiben skeptisch zu und denkst dir: „Das Geld hätte ich auch in einen neuen Bewegungsmelder investieren können“?

Ich für meinen Teil werde wohl eher ruhig bleiben. Vielleicht eine Wunderkerze. Ein leises Zischen statt eines lauten Knalls. Das passt besser zu uns, finde ich. Klarheit ohne Lautstärke.

Rutsch gut rüber. Wir lesen uns drüben, im neuen Jahr. Bleib gesund, bleib neugierig und vor allem: Bleib uns erhalten!


PS: Und wer sich über die „seltsame“ Nummerierung im Titel wundert: Wir befinden uns in einer seltsamen Woche! Ich zitiere Google:

„Das fühlt sich oft falsch an, weil wir noch im Dezember 2025 stecken.

Warum ist das so? Die Regel in Deutschland (ISO 8601) ist simpel, aber strikt: Die erste Kalenderwoche des Jahres ist immer die Woche, in den der erste Donnerstag des neuen Jahres fällt.

  • Morgen ist Donnerstag, der 1. Januar 2026.
  • Daher zählt diese komplette Woche (seit Montag, dem 29.12.2025) bereits als KW 01/2026.

Es ist also eine dieser seltsamen Wochen, die quasi schon zum neuen Jahr gehört, obwohl wir das alte noch gar nicht verabschiedet haben.“


PPS: Diese Ausgabe von „Zwischen den Threads“ ist out-of-band. Normaler Release ist Sonntags.

About the Author

Der Autor dieses Beitrags ist seit Ende des letzten Jahrtausends in der IT-Branche tätig. Er bezeichnet sich selbst als:

Apple-Enthusiast.
Hobbykoch.
„IT-Mokel“.
Nordlicht.

Heimautomation ist seit mehr als zehn Jahren seine Leidenschaft. Apple war es schon immer.

Holger Team
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