Smart Home Erfahrungen: Top oder Flop?

  • Wie ich sehe, gibt es hier im Forum einige, die sich intensiv mit Smart Homes beschäftigen, vieles im Einsatz haben und bereits gute Erfahrungen gesammelt haben. Es gibt ja unzählige Applikationen, Tools, Hardwarelösungen usw., die auf den ersten Blick sehr interessant wirken – besonders in Präsentationen oder Marketingtexten. In der Praxis zeigt sich dann aber oft, dass sich der Einsatz gar nicht wirklich lohnt oder der tatsächliche Mehrwert eher gering ist.

    Auf der anderen Seite gibt es bestimmt auch Lösungen (egal ob Hardware oder Software), bei denen ihr rückblickend sagt: Hätte ich das doch schon viel früher entdeckt. Dinge, die euren Alltag wirklich spürbar erleichtern, Prozesse automatisieren oder einfach zuverlässig funktionieren.

    Dieser Thread soll genau für solche Erfahrungen da sein – sowohl für positive als auch für negative.

    Positiv:
    Tools, Geräte oder Systeme, die ihr uneingeschränkt empfehlen könnt und die euer Leben im Alltag tatsächlich vereinfacht oder verbessert haben.

    Negativ:
    Sachen, die auf dem Papier oder in der Werbung gut klingen, sich in der Praxis aber als unnötig, unzuverlässig oder als verschwendetes Geld, Zeit oder Aufwand herausgestellt haben.


    Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen und Empfehlungen. Vielleicht entdeckt man so auch Lösungen, auf die man sonst nie gekommen wäre – oder kann sich den einen oder anderen Fehlkauf sparen.

  • Nun ja, ich bin so 2014 zum Thema Smart Home gekommen. Damals gab es eigentlich nur KNX und eQ-3 mit ihrer HomeMatic. Und da ich damals primär auf Funklösungen setzte, fiel die Wahl auf HomeMatic. 2015 kam dann die HomeMatic IP, die man bis zum heutigen Tag ohne Cloud-Zwang nutzen kann. Und genau das ist mir persönlich sehr wichtig. Ein Smart-Home-System muss weitestgehend ohne Cloud funktionieren. Noch besser, es muss in Teilen auch ohne Zentrale funktionieren, indem entsprechend direkt verknüpfte Komponenten untereinandere Befehle austauschen können.

    Aber nun zu deiner Frage.

    Als absolut sinnvoll haben sich die Heizungs- und Beschattungssteuerung erwiesen. Dabei ging es aber nicht um simple Zeitprogramme, sondern auch darum, das Wetter des aktuellen Tages mit zu berücksichtigen, um bereits bei vorausgesagter Hitze mit starker Sonneneinstrahlung frühzeitig die Rollläden zu schließen.

    Ebenfalls sehr sinnvoll sind vernetzte Rauch/Brand- und Wassermelder, die einen Alarm über mehrere Stockwerke weiterreichen und auch Push-Mitteilungen senden können, welcher Sensor genau ausgelöst hat. Da habe ich dann auch die Wandthermostate mit eingebunden, die zusätzlich bei hohen Temperaturänderungen einen Alarm auslösten. In Verbindung mit diesen Meldungen habe ich es dann noch so programmiert, dass automatisch das Licht in den "Fluchtwegen" eingeschaltet wird.

    Ich hatte an der Außenwand des Hauses auch mal einen Feinstaubsensor angebracht, der mich per Push-Nachricht warnte, wenn der Nachbar seinen Holzkohlegrill anmachte und gleichzeitig das Fenster im Zimmer unserer Tochter offen stand. So konnte ich rechtzeitig das Fenster schließen, bevor ihr Zimmer verqualmt war. Das funktionierte dann übrigens auch, wenn die Nachbarn auf ihren Terrassen rauchten.

    Ganz nützlich kann auch eine automatische Lichtsteuerung per Bewegungsmelder sein. Insbesondere in Treppenhäusern. Ansonsten war ich aber nie ein großer Fan von einer derartigen Lichtsteuerung, weil ich es eben auch häufig wollte, dass das Licht sich nicht einschaltete.

    Sehr sinnvoll ist auch eine An- und Abwesenheitssteuerung, um das Haus in "Alarmbereitschaft" zu versetzen. In diesem Zusammenhang habe ich dann z.B. auch die Heizung ausgeschaltet, wenn wir länger als zwei Tage abwesend waren. Über entsprechende Kalendereinträge der Urlaubsphasen wurde die Heizung dann ca. 24 Stunden vor Rückkehr wieder automatisch angeschaltet.

    Was aus meiner Sicht mehr Spielerei ist und je nach Nachbarschaft zu Irritationen führen kann, ist eine Anwesenheitssimulation. Wenn da nämlich die Rollläden hoch und runter fahren und das Licht an und aus geht, während die Nachbarn dich im Urlaub wähnen, kann das schon mal zu einem unnötigen Anruf bei der Polizei führen. Hier sollte man also immer die Nachbarn informieren. Übrigens hatte ich mich mal na einer automatischen Erfassung für die Anwesenheitssimulation gesetzt. Die sollte dann alle Lichtbetätigungen im Haus für die zurückliegenden zwei Wochen scannen, um daraus Mittelwerte zu erzeugen, die zur Anwesenheitssimulation dienten. Dabei sollten aber besonders kurze und lange Einschaltzeiten ignoriert werden. Leider habe ich mit dem Skirpt meine HomeMatic CCU3 zum Absturz gebracht, so dass ich das Projekt auf Eis legte.

    Sehr sinnvoll ist aus meiner Sicht auch eine Videogegensprechanlage, mit der man per Smartphone auch außerhalb der eigenen vier Wände kommunizieren kann. Insbesondere, wenn man häufig Pakete bekommt, eine tolle Sache.

    In dem Zusammenhang hatte ich damals auch unseren Briefkasten mit einer Infrarotkamera ausgestattet, um mir per Push-Nachricht mit angefügtem Bild die eingeworfenen Briefe ansehen zu können. Gerade im Urlaub ist das hilfreich, so dass man bei voll werdendem Briefkasten mal eben die Nachbarn bitten kann, diesen zu leeren. Die sollten ja eh einen Schlüssel bekommen, um gelegentlich nach dem Rechten zu sehen. Mit einem smarten Schloss ginge es auch ohne Schlüssel.

    Ich könnte hier noch zig Sachen aufschreiben, was ich so alles im Haus, im Garten und in der Garage automatisiert hatte. Mittlerweile wohne ich aber zur Miete und da ist der Spielraum leider etwas begrenzter.

    Aktuell nutze ich folgende Hersteller: HomeMatic (IP), IKEA Dirigera, Ring Intercom Video, eufy Kameras, Anker Solix BKW, Amazon Alexa, Apple HomeKit sowie weitere vernetzte Haushaltsgeräte von der BSH, Dyson und Roborock. Als Middleware dient mir primär Home Assistant. Zudem nutze ich noch den ioBroker.

  • Die größte Enttäuschung für mich in den letzten Jahren ist Thread, bzw. Geräte mit Thread.

    Ich habe zuvor viele Zigbee-Geräte gekauft und genutzt. Mit Alexa war das total einfach die Geräte anzulernen. Einmal den Befehl "Alexa suche nach neuen Geräten" gesagt und dann die Lampe eingeschraubt oder den Stecker in die Stechdose gesteckt. Nach kurzer Zeit meldete sich Alexa zurück und man konnte das Gerät nutzen.

    Thread hingegen ist umständlicher. Man muss jedes mal den QR Code scannen, obwohl nach dem eistecken das Gerät vom Pixel erkannt wird und die Einrichtung mit Google Home oder Amazon Alexa gestartet werden kann. Hat für mich null Vorteile. Zumal dann auch noch die Skills des Anbieter angeboten werden, z.B. Innr. Dann kommt noch dazu das die Lampen von Innr regelmäßig nicht mehr gefunden werden. Dann heißt es ausschalten, einschalten und dann geht es wieder. Einfach nur nervig.

    Von daher werde ich wohl in Zukunft bei Zigbee bleiben, zumal der Schaltvorgang auch nicht schneller ist und die Reichweite auch nicht besser ist.

  • Wie ich hier schon an anderer Stelle geschrieben habe, bin ich echt froh vor sieben oder so Jahren Home Assistant gefunden zu haben. Vorher mit Apple Home und Homebridge war es immer ein Krampf, da man sich immer irgendeine Möglichkeit schaffen musste etwas hinzubekommen, was so normal nicht geht. Mit Home Assistant funktioniert einfach alles ohne großen Krampf.

    Außerdem läuft das Ganze hier bei mir lokal und ich kann perfekt funktionierende Sicherungen der gesamten Konfiguration anlegen. Vorher bei Apple Home gab es keinerlei Sicherung und die komplette Konfiguration wurde ein paarmal komplett zerstört, so daß ich alles neu machen musste. So etwas geht gar nicht. Daher ist Apple Home hier komplett raus und soweit es geht abgeschaltet.

    Was ich sehr schön finde, sind die ganzen ZigBee Geräte. Vor allem Taster, Lampen, Steckdosen, die ein gutes Netz zusammen bilden und über die ganzen Jahre sehr stabil laufen. Matetr läuft hier nur für zwei Geräte über WLAN, ein Thread-Netz zusätzlich möchte ich nicht aufbauen. Das vor allem auch, weil es die genial kleinen Aqara Tür-/Fenster-Sensoren, die in die Fensterrahmen passen, nur in ZigBee gibt.

    Was ich in den Jahren auch versucht hab, ist eine An-/Abwesenheitserkennung. Aber das habe ich komplett aufgegeben, da es bei den vier Insassen hier praktisch unmöglich ist, außer wenn alle gechipt werden. Denn mal hat der eine sein iPhone mit, mal liegt es zu Hause. Mal geht einer vorne aus der Haustür, mal wird er hinten aus der von außen nicht zugänglichen Tür gelassen. Daher sind einige denkbare Automatisierungen nie probiert worden.

    Grundsätzlich habe ich keine "lebensnotwendigen" Dinge wie z.B. die Heizung automatisiert, das kann die Heizung wunderbar alleine. Alles automatisierte lässt sich auch problemlos per Hand bedienen, falls ich einmal zu viel herumgespielt habe.

    Rechnerhistorie

    Z80: ZX81
    68k: Atari Mega ST, PAK-030, FRAK, Performa 475, Quadra 660AV
    ARM: Messagepad 120, Messagepad 2100
    PowerPC: Pios Magna, PowerMac G3, PowerBook G3 Lombard, PowerMac 8600, iBook G3, PowerBook G4, Cube G4
    Intel: Mac mini 2012, MacBook Pro 2012, Mac Pro 2013 10-Core
    ARM: Mac mini M1

  • Was ich in den Jahren auch versucht habe ich eine An-/Abwesenheitserkennung.

    Das habe ich im Haus über das mechanische Abschließen der Haustür mit einem Reed-Kontakt in der Schlossfalle und einem Magneten auf dem Schlossriegel getriggert. Mittels einer Lichtschranke wurde zusätztlich überprüft, ob von innen oder außen abgeschlossen wurde. Wurde von außen abgeschlossen, setzte sich das Haus ca. eine Minute nach dem Abschließen auf abwesend. Wurde aufgeschlossen, änderte sich der Status auf anwesend. Wurde von innen abgeschlossen, blieb es bei anwesend. Funktioniert einwandfrei.

    In meiner Mietwohnung mache ich das nun über ein Motorschloss mit zusätzlichem Leaving-Home-Taster neben der Zarge und Fenstersensor für die Wohnungstür. Drückt jemand den Leaving-Home-Taster bei geöffneter Wohnungstür und zieht sie innerhalb einer Minute zu, wird sie automatisch abgeschlossen und die Wohnung auf abwesend gesetzt. Wird die Wohnungstür über das Motorschloss geöffnet, wird die Wohnung auf anwesend gesetzt. Wird die Wohnungstür bei bereits geschlossener Tür abgeschlossen, bleibt der Status bei anwesend. All das klappt natürlich analog, wenn man die Wohnungstür mechanisch per Schlüssel auf- und abschließt.

    All das ist komplett über die HomeMatic mit entsprechenden HomeMatic-Geräten gelöst, wobei ich eine handelsübliche Lichtschranke mit einem passenden HomeMatic-Sensor ausgestattet habe.

    Die Lösung mit GPS, BT und/oder WLAN übers iPhone konnte auch mich nie wirklich überzeugen, weil einfach nicht immer jeder sein iPhone mitnahm. Zudem waren mir die Zonen häufig deutlich zu groß und ungenau. Und BT war Mist, weil man schon im Garten oder ein Stockwerk höher keine Verbindung mehr hatte.

  • Das habe ich im Haus über das mechanische Abschließen der Haustür mit einem Reed-Kontakt in der Schlossfalle und einem Magneten auf dem Schlossriegel getriggert

    An so etwas habe ich auch gedacht. Aber die Haustür wird nicht immer abgeschlossen, wenn jemand das Haus verlässt. Manchmal ist auch noch jemand zu Hause wenn die Tür abgeschlossen ist. :-).

    Rechnerhistorie

    Z80: ZX81
    68k: Atari Mega ST, PAK-030, FRAK, Performa 475, Quadra 660AV
    ARM: Messagepad 120, Messagepad 2100
    PowerPC: Pios Magna, PowerMac G3, PowerBook G3 Lombard, PowerMac 8600, iBook G3, PowerBook G4, Cube G4
    Intel: Mac mini 2012, MacBook Pro 2012, Mac Pro 2013 10-Core
    ARM: Mac mini M1

  • Aber die Haustür wird nicht immer abgeschlossen, wenn jemand das Haus verlässt. Manchmal ist auch noch jemand zu Hause wenn die Tür abgeschlossen ist. :-).

    Erziehungssache. ;) Wenn mal der Alarm losgeht, weil sich bei vermeintlicher Abwesenheit jemand im Haus bewegt, kann das schon als erzieherische Maßnahme genügen. Auch hatte ich alle dazu erzogen, dass der Letzte beim Verlassen des Hauses die Haustür abschließt. Abends war meistens ich es, der die Haustür vor dem Zubettgehen abgeschlossen hatte.

    Mit einem Motorschloss ist das aber alles noch etwas einfacher, da in der Regel nur ein kurzer Tastendruck notwendig ist. Zudem kann man ja die Haustür zu fixen Zeitpunkten bei Anwesenheit auf- und abschließen lassen. Bei mir in der Wohnung ist das z.B. immer abends um 21:45 Uhr und morgens um 06:45 Uhr der Fall.

  • Homematik hatte ich auch zur Heizungssteuerung in der alten Wohnung. Nachts oder im Urlaub die Temperatur absenken funktionierte gut. Jetzt mit Homeoffice und trägen Fußbodenheizung bringt das nichts. Das wären dann schnell mal 800€ Investition und kaum Ersparnis.

  • Generell muss ich sagen, dass der Wechsel damals zu Home Assistant bei mir viel gebracht hat.

    Angefangen hatte ich ja mal (sicherlich wie viele andere hier auch) mit ioBroker - das habe ich aber nie wirklich gut zum Laufen gebracht. Der nächste Schritt war dann, dass ich ein paar Shelly1 eingebaut habe - und die einfach mit der alternativen Firmware in Apple Home integriert hatte.

    Aber als dann im Haus die PV-Anlage installiert wurde und es für Home Assistant dafür eine Integration gab, war der Wechsel klar. Ich wollte eigentlich eine Basis für möglichst alles haben - und die hat mir Home Assistant gegeben. Deshalb habe ich auch alle Shelly-Sachen wieder mit der originalen Firmware ausgestattet und kann sie dennoch in Apple Home nutzen. Hier auf verschiedene Plattformen zu setzen, macht das alles einfach nur unnötig kompliziert.

    Bei Home Assistant ist mein absoluter Favorit aber nach wie vor das Energie-Dashboard, dass es von Beginn an gibt und das ist auch das, was ich nahezu täglich nutze und mir die Daten ansehe. Auch die Auswertungen in meiner Numbers-Tabelle zu den PV-Daten beziehe ich (manuell) aus dem Dashboard, da die App für die PV einfach nicht wirklich so gut ist.

    Die Vorklimatisierung vom Auto starte ich über das Home Assistant-Dashboard auch schneller, als über die mySkoda-App. Und das läuft sogar aus irgendwelchen Gründen sogar zuverlässiger...

    Was neben Home Assistant noch sehr wichtig ist: evcc. Damit nutze ich den PV-Überschuss bestmöglich zum Laden des eAutos. Und habe einen genauen Überblick, wieviel geladen wurde, was das gekostet hat, usw..

    Persönlich nutze ich aber sowas wie Automationen so gut wie gar nicht, da sind andere hier viel besser aufgestellt - mir fehlen da manchmal die Ideen und auch der Nutzen. Ich schalte meine Lichter nach Bedarf, nicht mit automatisierten Szenen o.ä.. Vielleicht habe ich einfach nur zu wenig smarte Sachen - oder sehe den Sinn dahinter nicht. Hier als Beispiel der Kaffeevollautomat: Was nützt mir das ein-/ausschalten über die App oder sogar die Auswahl eines Getränks, wenn ich sowieso eine Tasse hinstellen muss. Und dann meistens noch die Tropfschale geleert oder das Wasser aufgefüllt werden müsste?

    Was sich überhaupt nicht gelohnt hat? Das smarte tado-Thermostat. Das hatte ich günstig bekommen und dachte: Hey, das könnte praktisch sein. Schlussendlich habe ich es für das Auslesen der Temperatur im Bad verwendet... Die Heizung im Haus ist weitestgehend optimiert incl. der Zeiten, wann geheizt wird. Also hat hier das Steuern über eine App wenig gebracht. Und mittlerweile hat tado ja was umgestellt und es ist komplett nutzlos, wenn man nicht den Geldbeutel aufmacht und denen monatlich Geld gibt - was in unserem Haushalt wieder wenig bringt...

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  • Meine Smarthome-Reise hat vor einigen Jahren eher experimentell angefangen und ist heute deutlich konsolidierter und vor allem stabiler geworden.

    Am Anfang stand eine klassische Bastelphase: gestartet bin ich mit Homematic IP, Philips Hue und einigen Eve-Devices ohne Matter nur mit BlueTooth. Dazu kamen mit der Zeit eine ganze Reihe Aqara-Sensoren, die ich über Conbee per Zigbee eingebunden habe. Die Brücke in Apple Home / HomeKit lief über Node-RED, angebunden waren die HomematicIP-Geräte per MQTT mittels CCUJack auf der Homematic-Zentrale CCU3. Technisch hat das alles funktioniert – und es hat auch viel Spaß gemacht, die verschiedenen Systeme miteinander zu verheiraten.

    Mit der Zeit st allerdings für mich das wohl typische Problem vieler Smarthomes aufgetreten: Der „Geräte-Varianten-Hersteller-Zoo“ wurde immer größer. Unterschiedliche Hersteller bedeuteten unterschiedliche Apps, Bridges und Integrationen. Dazu kamen Themen wie alternde Geräte (EVE), wechselnde oder eingeschränkte HomeKit-Kompatibilität und der generelle Wartungsaufwand. Irgendwann war der Punkt erreicht, an dem der Betrieb mehr Arbeit als Nutzen war.

    Deshalb habe ich angefangen, das Setup bewusst zu vereinfachen und zu konsolidieren. Schrittweise sind dabei insbesondere Eve und Aqara aus dem System verschwunden. Übrig geblieben sind heute im Kern nur noch zwei Gerätekategorien, die sich für mich als zuverlässig und langlebig erwiesen haben:

    • Homematic IP für Sensorik, Aktoren und "klassische" Hausautomation (Fenster auf Thermostat off)
    • Philips Hue für Beleuchtung und Smart Buttons

    Was ich sehr schätze an HomematicIP sind die Direktverknüpfungen. Es muss nicht immer eine Automation auf einem zentralen Hub sein! Nicht zu vergessen der WAF. Es muss halt alles laufen, ohne das das Smarthome dazwischen funkt oder ausfällt. Leider ist das nicht immer der Fall...

    Seit etwa einem Jahr läuft außerdem Home Assistant als zentrale Plattform. Die Automationen, die früher fast ausschließlich in Apple Home (manches auch in Node-RED) lagen, sind nach und nach dorthin migriert. Das hat mehrere Vorteile: mehr Flexibilität, bessere Übersicht und deutlich stabilere Automationslogik.

    Die Architektur ist heute entsprechend deutlich schlanker:

    • Homematic IP und Hue als tragende Systeme smarter Geräte
    • Home Assistant als Automations- und Integrationsplattform

    Node-RED nutze ich gelegentlich noch zum Experimentieren oder für Prototypen. Wenn sich eine Logik bewährt, portiere ich sie später meist nach Home Assistant, damit alles zentral gepflegt bleibt. Node-RED ist inzwischen eher eine Spielwiese als produktiver Kernbestandteil.

    Ein weiterer Baustein, der sich über die letzten mehr als zwei Jahre bewährt hat, sind zusätzliche Edge- und Network-Services für Telemetrie, Analyse und Lokalisierung. Dazu gehören insbesondere InfluxDB und Grafana für Visualisierungsaufgaben. Während Home Assistant zwar grundlegende Historienfunktionen bietet, ermöglichen Influx und Grafana deutlich tiefere Analysen – etwa zur langfristigen Entwicklung von Temperaturverläufen, Heizzyklen, Luftqualität oder Energieverbrauch. Gerade für Optimierungen von Automationen oder zum Verständnis von Systemverhalten sind diese Auswertungen hilfreich.

    Parallel dazu experimentiere ich seit längerem mit ESPHome-basierten Bluetooth-Beacons als dezentrale Bluetooth-Scanner und melden erkannte Geräte an Home Assistant. Damit lassen sich einfache Präsenz- oder Raum-Näherungslogiken umsetzen, ohne auf proprietäre Systeme angewiesen zu sein. Das Ganze läuft vollständig lokal und fügt sich gut in die bestehende Home-Assistant-Architektur ein.

    Mein „strategisches Ziel“ für das Smarthome ist inzwischen auch klarer geworden: Ich möchte möglichst wenig aktiv steuern müssen. Das Haus soll weitgehend selbst reagieren, kontextabhängig handeln und nur dann Aufmerksamkeit verlangen, wenn es wirklich nötig ist. Idealerweise funktioniert das über eine Kombination aus:

    • sinnvollen Automationen
    • Sprachsteuerung
    • Sensorik und Zustandslogik
    • adaptivem Verhalten (Tageszeit, Anwesenheit, Nutzungsmuster)

    Die Vision ist also ein Smarthome, das keine App zur Bedienung braucht, weil es im Alltag einfach richtig reagiert. Die Apps sollen dann nur noch für Konfiguration oder Ausnahmefälle bleiben.

    Rückblickend war der Weg über viele Systeme zwar manchmal chaotisch, hat Lehrgeld gekostet aber auch sehr lehrreich. Heute weiß ich ziemlich genau, was für mich funktioniert: weniger Plattformen, stabile Kernsysteme und eine saubere zentrale Logik – ergänzt um lokale Datenanalyse und Edge-Services, die zusätzliche Einblicke und Automationsmöglichkeiten eröffnen.

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