Das große Erwachen in Berlin: Die FRITZ!Box lernt (endlich) Matter
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Holger -
22. Mai 2026 um 13:52 -
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Die Matter-Sensation: Warum das wichtig ist
Bisher war das AVM-Smart-Home eine recht einsame, wenn auch stabile Insel. Man funkte brav über DECT ULE (Ultra Low Energy) und hie und da über Zigbee, sofern man eines der neueren Premium-Modelle besaß. Das Problem: Die glitzernde, neue Welt von Apple Home, Home Assistant, Google Home und Amazon Alexa sprach draußen fröhlich Matter über Thread und WLAN, während AVM-Geräte nur via teurer Drittanbieter-Bridges oder Home-Assistant-Basteleien dorthin hineingelassen wurden.
Mit der Matter-Bridge-Funktion der 5690 Pro ändert sich das Spiel fundamental:
- Direktes Durchreichen: Die FRITZ!Box reicht ihre angeschlossenen DECT- und Zigbee-Geräte (wie Heizkörperregler, smarte Steckdosen oder Taster) direkt an das übergreifende Matter-Heimnetz weiter.
- HomeKit ohne Schmerzen: Plötzlich lässt sich ein FRITZ!DECT 302 Heizkörperregler nativ in Apple Home einbinden. Ein echter Komfortgewinn – und ein herber Schlag für alle Entwickler, die jahrelang komplexe Integrations-Skripte schreiben mussten.
ZitatEin kleiner Dämpfer für die Vorfreude: Bevor du jetzt voreilig die Labor-Seite stürmst: Aktuell steht der Download nur für die FRITZ!Box 7590 AX bereit. AVM nutzt die breite Nutzerbasis dieses Modells, um die grundlegende Systemstabilität zu testen. Die 5690 Pro und die heiß ersehnte Matter-Funktion folgen erst „in den kommenden Monaten“. Es bleibt also noch etwas Zeit, um Tee zu trinken und die Smart-Home-Routinen mental vorzubereiten.
Was bringt FRITZ!OS 8.50 sonst noch ins Labor?
Abseits von Matter hat man in Berlin an einigen Ecken geschraubt, um das Betriebssystem ins Jahr 2026 zu hieven. Hier ist der Überblick, sortiert nach „Nützlich“ und „Hätte man auch schon 2020 machen können“:
Mehrere Auslöser für Routinen: AVM entdeckt die Logik
Bislang waren Smart-Home-Routinen bei AVM eher auf dem Niveau eines dressierten Eichhörnchens: Wenn Sensor A auslöst, dann mache Aktion B. Mehr Flexibilität? Bedingungen verknüpfen? Fehlanzeige. Mit FRITZ!OS 8.50 zieht nun endlich die moderne Logik ein.
Nutzer können Routinen fortan mit mehreren Wenn-Auslösern bestücken. Wenn also der Bewegungsmelder anschlägt ODER der smarte Taster gedrückt wird, schaltet sich das Licht ein. Dass wir dafür bis Mitte 2026 warten mussten, verbuchen wir mal unter entspannter Berliner Gelassenheit.
Ebenfalls clever: Die smarten Steckdosen FRITZ!Smart Energy 200 und 210 bekommen eine integrierte Überlastschaltung. Überschreitet ein angeschlossenes Gerät (zum Beispiel die alte Waschmaschine oder der heimliche Krypto-Miner im Keller) eine definierte Leistung über einen festgelegten Zeitraum, knipst die Steckdose den Saft eigenständig ab. Das schützt Hardware und Nerven.
Fazit: Der richtige Weg, aber mit AVM-typischer Geduld
Das Labor zu FRITZ!OS 8.50 zeigt, dass man bei AVM die Zeichen der Zeit erkannt hat. Die Öffnung hin zu Matter via Bridge-Funktion auf der FRITZ!Box 5690 Pro ist der einzig logische Schritt, um im modernen Smart-Home-Markt nicht vollends die Relevanz an Plattformen wie Home Assistant zu verlieren. Zusammen mit der lokalen Domain-Erreichbarkeit und komplexeren Routinen baut AVM hier ein grundsolides Update.
Ich werden das Labor auf jeden Fall im Auge behalten und die Matter-Integration auf Herz und Nieren prüfen, sobald das Flaggschiff-Modell freigeschaltet wird. Aber ich bin ja nicht der Einzige hier mit dem Modell. Bis dahin gilt wie immer: Labor-Firmware auf eigene Gefahr installieren – oder entspannt zurücklehnen und unser Forum lesen!
Quelle:
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Über den Autor
Holger ist seit Ende des letzten Jahrtausends in der IT-Branche tätig. Er bezeichnet sich selbst als:
Apple-Enthusiast.
Hobbykoch.
Nordlicht.
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