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Home Assistant 2026.8: Mehr Zugänglichkeit für alle Nutzer

  • Andy
  • 7. August 2026 um 07:22
  • 56 Mal gelesen
  • 0 Antworten
Das Open-Home-Foundation-Team hat am 5. August 2026 die neue Version Home Assistant 2026.8 veröffentlicht. Unter dem Motto „Approachable by design“ steht diesmal weniger ein einzelnes Killerfeature im Vordergrund, sondern ein roter Faden: Home Assistant soll spürbar einsteigerfreundlicher werden, ohne dabei an Funktionsumfang zu verlieren.

Verantwortlich für die Release Notes zeichnen diesmal Ashley Abbott und Bram Kragten, da Stammautor Frenck eine Pause eingelegt hat.
Inhaltsverzeichnis [VerbergenAnzeigen]
  1. Abschied von der „magischen Zahl” 8123
  2. Weniger Fachjargon, mehr Klartext
  3. Home Assistant Cloud übersichtlicher gestaltet
  4. Entity-IDs frei anpassbar
  5. Geräteverwaltung: Ein Gerät, eine Integration
  6. Neue Trigger: Vibration und Mondphasen
  7. Neue Integrationen
  8. Weitere Verbesserungen im Überblick
  9. Rückwärtsinkompatible Änderungen
  10. Fazit

Abschied von der „magischen Zahl” 8123

Jeder, der schon einmal Home Assistant eingerichtet hat, kennt sie: die Portnummer 8123, die man sich an die lokale Adresse anhängen musste, um auf die Oberfläche zuzugreifen. Neuinstallationen von Home Assistant OS verwenden ab sofort standardmäßig eine normale Webadresse ganz ohne Portnummer – der Zugriff funktioniert wie bei jeder anderen Website auch.

Bestehende Installationen sind davon nicht betroffen: Wer Home Assistant bereits nutzt, behält seinen bisherigen Port, es ändert sich nichts automatisch. Wer den Port dennoch anpassen möchte, kann das jetzt direkt über die Oberfläche erledigen – inklusive Auswahl der Netzwerkschnittstelle und Einstellungen für vertrauenswürdige Proxys. Als Absicherung gegen Aussperrungen prüft das System nach einer Änderung, ob die neue Konfiguration innerhalb von fünf Minuten bestätigt wird. Bleibt die Bestätigung aus, werden automatisch die vorherigen Einstellungen wiederhergestellt und ein Neustart ausgelöst. Wer den Webserver bisher über YAML konfiguriert hat, muss nichts tun: Die Einstellungen wandern beim ersten Start nach dem Update automatisch in die Oberfläche.

Weniger Fachjargon, mehr Klartext

Ein zweiter Schwerpunkt betrifft die Sprache innerhalb der Anwendung. Begriffe wie „erweitert“ oder „Experte“ wurden an rund 43 Stellen in App, Dokumentation und den Companion-Apps entfernt. Die Überlegung dahinter: Solche Labels suggerieren, eine Funktion sei „nicht für mich gemacht“, obwohl sie eigentlich problemlos nutzbar wäre. Betroffene Funktionen wurden nicht verändert, nur die Beschreibung angepasst.

Im selben Zug wurde der Menüpunkt Developer Tools schlicht in Tools umbenannt. Der Bereich war schon immer für alle Nutzer gedacht, nicht nur für Entwickler – der neue Name spiegelt das jetzt auch wider.

Home Assistant Cloud übersichtlicher gestaltet

Die Einstellungsseite für Home Assistant Cloud (Nabu Casa) bekam eine grundlegende Überarbeitung. Statt einer langen Liste mit Schaltern gibt es nun eine klare Übersicht, in der jede Funktion – Fernzugriff, Backups, Sprachassistenten, Companion-App und mehr – einen eigenen Bereich mit eigener Unterseite erhält. Neu ist außerdem ein geführter Einrichtungsassistent für Einsteiger, der Schritt für Schritt durch die Cloud-Funktionen führt und sich bei Bedarf auch später fortsetzen lässt.

Entity-IDs frei anpassbar

Entity-IDs wie light.kitchen_ceiling lassen sich ab sofort direkt umbenennen und in ihrer Reihenfolge anpassen. Frühere Ansätze, IDs automatisch aus dem zugewiesenen Bereich (Area) zu generieren, kamen nicht bei allen Nutzern gut an – die neue Lösung gibt die Kontrolle stattdessen komplett in die Hände der Anwender.

Geräteverwaltung: Ein Gerät, eine Integration

Bislang konnte es vorkommen, dass ein physisches Gerät, das über zwei verschiedene Integrationen eingebunden war, zu einem einzigen Geräteeintrag zusammengeführt wurde – mit der Folge, dass Angaben wie Modell oder Seriennummer kollidierten. Ab dieser Version behält jede Integration ihren eigenen Geräteeintrag. Bestehende, zusammengeführte Geräte werden beim Update automatisch getrennt, Automatisierungen und Skripte funktionieren laut Entwicklerteam unverändert weiter. Das Ganze gilt als Grundlage für eine flexiblere Geräteverwaltung, die in den kommenden Monaten weiter ausgebaut werden soll.

Neue Trigger: Vibration und Mondphasen

Nach der Einführung zweckgebundener Trigger und Bedingungen in der letzten Version kommen zwei weitere hinzu:

  • Vibration erhält passende Bedingungen zu den bereits vorhandenen Triggern – etwa um zu prüfen, ob die Waschmaschine tatsächlich fertig ist, bevor eine Benachrichtigung verschickt wird.
  • Mond bekommt einen eigenen Trigger samt Bedingungen, um Automatisierungen an bestimmten Mondphasen wie Vollmond oder Neumond auszurichten.

Neue Integrationen

Die Liste der neuen Integrationen in 2026.8 ist wieder umfangreich. Auswahl der Neuzugänge:

  • Dyson Infrared – Steuerung von Dyson-Ventilatoren per Infrarot
  • Fuelprices.dk – Kraftstoffpreise dänischer Tankstellen
  • Gatus – Monitoring-Status eigener Dienste als Sensor
  • GeoSphere Austria Warnings – amtliche Wetterwarnungen für Österreich
  • Google Health – Gesundheits- und Fitnessdaten aus Google Health und der Fitbit-API
  • Harbor Sleep – Babyphone-Integration
  • Harman Luxury Audio – Steuerung von Netzwerk-Streamern wie Arcam Radia
  • Karakeep – Statistiken aus dem selbstgehosteten Bookmark-Dienst
  • LED Infrared – Steuerung diverser LED-Leuchten per Infrarot
  • LiteLLM und llama.cpp – lokale bzw. proxybasierte KI-Modelle als Sprachassistenten
  • Lyngdorf – Audioprozessoren und Verstärker
  • Midea – Klimageräte und Luftreiniger
  • NeoPool – Poolsteuerungen auf Modbus-TCP-Basis
  • ScorpionTrack – Fahrzeug-Tracking über öffentliche Standort-Freigaben

Auch bestehende Integrationen wurden spürbar erweitert: Shelly unterstützt nun den HTTPS-only-Modus „Enhanced Security“ sowie Shelly-Leitungsschutzschalter, Reolink erhält Pre-Siren-Entitäten, KNX bekommt unter anderem einen „Telegramm senden“-Dialog und automatische Zustandswiederherstellung und OpenAI Conversation unterstützt jetzt GPT-5.6. Auch Anbieter wie Roborock, Whirlpool, Enphase Envoy, MELCloud und Tesla-Integrationen wurden erweitert.

Bei der Integrations-Qualitätsskala erreichten unter anderem Anthropic und SMLIGHT SLZB die höchste Stufe Platin, Nobø Ecohub Gold, und fünf weitere Integrationen darunter Dropbox und STIEBEL ELTRON die Stufe Silber.

Verabschiedet haben sich hingegen die Integrationen Permobil (wegen eingestellter API) und Volvo On Call (abgelöst durch die neuere Volvo-Integration).

Weitere Verbesserungen im Überblick

  • Template-Editor: geteilte Ansicht (Editor/Ergebnis) mit einstellbarer Anordnung
  • Picture-Elements-Karte: präzisere Trefferzonen bei Tap-Eingaben
  • Energie-Dashboard: gewichteter Gesamtladestand bei mehreren Batterien mit unterschiedlicher Kapazität
  • Medienbrowser: Suchfunktion, unter anderem intelligente Fotosuche via Immich und Film-/Serien-Suche via Overseerr
  • Kartenauswahl: Favoritenfunktion für häufig genutzte Dashboard-Karten
  • Z-Wave-Schlösser: über die neue Access-Control-API der Z-Wave-JS-App 1.6.0 lassen sich mehrere Zugangsdaten pro Nutzer verwalten, inklusive Audit-Log – aktuell nur über Z-Wave JS UI, noch nicht im Z-Wave-Panel von Home Assistant selbst
  • Templates mit numerischem Ergebnis laufen bis zu 40 % schneller, Dashboard-Templates können jetzt zwischengespeichert werden

Rückwärtsinkompatible Änderungen

Wie bei jedem Release gibt es auch diesmal einige Breaking Changes, die Nutzer bestimmter Integrationen beachten sollten:

  • AirNow: Der Radius-Parameter entfällt ersatzlos, da die 2026er-API ihn nicht mehr nutzt.
  • Gardena Bluetooth: Der Sensor activation_reason liefert nun feste Werte statt Freitext – betroffene Automatisierungen müssen angepasst werden.
  • Edifier Infrared: Fehlerhafte Tastenzuordnungen bei den Modellen R2000DB und R2730DB (u. a. vertauschte Power-/Mute-Tasten) wurden korrigiert und automatisch migriert.
  • Ohme: Der Energiesensor wurde entfernt, da er ungenaue Werte lieferte; als Alternative empfiehlt sich ein Riemann-Summen-Helfer auf Basis eines Leistungssensors.
  • Paperless-ngx: Erfordert mindestens Server-Version 2.19.
  • Staubsaugerroboter: Die veraltete Eigenschaft battery_level entfällt bei mehreren Integrationen (u. a. LG ThinQ, Neato, TP-Link, Xiaomi Miio) zugunsten des regulären Batteriesensors.
  • UniFi Protect: Erfordert mindestens Version 7.1, Unterstützung für AI-Port-Geräte entfällt, Erkennungs-Scores (event_score) werden nicht mehr bereitgestellt.
  • Volvo On Call: komplett entfernt, Umstieg auf die neue Volvo-Integration nötig.

Fazit

Home Assistant 2026.8 punktet weniger mit spektakulären neuen Funktionen als mit einer Vielzahl an Detailverbesserungen, die alle in dieselbe Richtung zielen: Einstiegshürden abbauen, ohne Power-Usern etwas wegzunehmen. Der Wegfall der Portnummer, die überarbeitete Cloud-Seite und die entschärfte Fachsprache dürften besonders Neueinsteigern entgegenkommen, während Themen wie die überarbeitete Geräteverwaltung und die neuen Trigger für Vibration und Mondphasen auch erfahrene Nutzer interessieren dürften. Patch-Releases für 2026.8 sind im August im wöchentlichen Rhythmus geplant.

Quelle:
  • Home Assistant Blog
    https://www.home-assistant.io/blog/2026/08/05/release-20268/

Artikelbild mit Hilfe von KI erstellt.

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Über den Autor

Ich habe generation i mit ins Leben gerufen, um Technik mit Verstand zu begleiten.

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