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Home Assistant 2026.11: HACS zieht ein – als offizieller Marketplace

  • Andy
  • 5. November 2026 um 14:07
  • 122 Mal gelesen
  • 1 Antwort
Das größte Home-Assistant-Update aller Zeiten macht den Community-Store HACS zum festen Bestandteil, erlaubt Ausnahmen in Automationen, bringt Matter-Kameras mit Gegensprechfunktion, LoRaWAN-Support und 38 neue Integrationen. Achtung: Die neue Entitäten-Benennung kann eure Dashboards verändern.

Am 4. November ist Home Assistant 2026.11 erschienen – und Projektleiter Franck Nijhof spart nicht mit Superlativen: Es sei das mit Abstand größte Release, das das Team je ausgeliefert habe. Nach dem Lesen der Release-Notes muss man ihm recht geben.

Der wichtigste Punkt für viele von euch: HACS, der Home Assistant Community Store, ist ab sofort als Marketplace direkt in Home Assistant eingebaut. Dazu kommen Ausschlüsse in Automations-Zielen, eine grundlegend neue Logik für Entitätsnamen, Kameras nach Matter 1.5, Backups auf lokalen Laufwerken und eine ganze Reihe neuer Werkzeuge, um herauszufinden, warum im Smart Home gerade etwas passiert ist.
Inhaltsverzeichnis [VerbergenAnzeigen]
  1. Die wichtigsten Neuerungen
    1. HACS wird zum Marketplace
    2. Ausnahmen in Automationen
    3. Neue Logik für Entitätsnamen
    4. Dashboards: Automatische Abschnitte und Copy & Paste
    5. Matter-Kameras mit Gegensprechfunktion
    6. Energie: Von Watt zu Kilowattstunden in einem Schritt
    7. „Warum ist das passiert?“
    8. Backups auf lokalen Laufwerken
    9. LoRaWAN und Zigbee Green Power
  2. Integrationen: 38 Neuzugänge und viel Feinschliff
    1. Weitere Neuerungen in Kürze
    2. Breaking Changes: Das solltet ihr wissen
  3. Fazit

Die wichtigsten Neuerungen

HACS wird zum Marketplace

Wer bisher Custom-Integrationen, Dashboard-Karten oder Themes aus der Community nutzen wollte, musste HACS erst separat installieren – für viele eine echte Hürde. Damit ist jetzt Schluss: Der Marketplace findet sich unter Einstellungen > Marketplace, funktioniert auf allen Installationsarten (auch Home Assistant Container) und benötigt kein GitHub-Konto. Alle Inhalte bleiben kostenlos.

Praktisch: Nach einem Klick auf Installieren landet ihr direkt im Einrichtungsdialog der Integration – ohne Neustart. Nur für Updates ist weiterhin ein Neustart nötig. Jedes installierte Projekt bekommt eine Update-Entität und erscheint damit unter Einstellungen > Updates neben den regulären Home-Assistant-Updates. Die Projektseiten zeigen zudem Downloads, GitHub-Sterne und die benötigte Home-Assistant-Version.

Bestehende HACS-Nutzer müssen nichts tun: Beim ersten Start nach dem Update wird HACS automatisch migriert, installierte Erweiterungen, eigene Repositories und Update-Entitäten bleiben erhalten. Eine separate HACS-Installation ist ab 2026.11 nicht mehr möglich, das alte HACS erhält keine neuen Versionen mehr. Möglich wurde der Schritt, weil HACS-Gründer Joakim Sørensen (ludeeus) das Projekt vor rund anderthalb Jahren an die Open Home Foundation übergeben hat.

Wichtig bleibt der Sicherheitshinweis, den der Marketplace beim ersten Öffnen anzeigt: Community-Projekte werden vom Home-Assistant-Team weder getestet noch geprüft oder unterstützt. Sie laufen mit vollem Zugriff innerhalb eurer Installation. Erst nach Bestätigung dieses Hinweises lassen sich Projekte installieren.

Ausnahmen in Automationen

Ein lange gewünschtes Feature für alle, die mit Bereichen, Etagen oder Labels arbeiten: Ziele in Auslösern, Bedingungen und Aktionen lassen sich jetzt um einzelne Entitäten, Geräte, Bereiche, Etagen oder Labels reduzieren. Das klassische Beispiel: alle Lichter im Erdgeschoss einschalten – außer in der Küche. Bisher musste man dafür jede Lampe einzeln auflisten.

Der Clou: Ausschlüsse werden bei jeder Ausführung neu berechnet. Kommt nächsten Monat eine weitere Lampe in die Küche, bleibt auch sie automatisch außen vor. Im Editor gibt es dafür den Button Ziel ausschließen, in YAML einen exclude-Block innerhalb von target.

Auch der Automations-Editor selbst wurde verbessert: Schritte lassen sich ersetzen, ohne die Einstellungen neu einzugeben, der Status-Auslöser kennt jetzt die Option Ist nicht, zuletzt genutzte Elemente stehen oben, und ein versehentliches Ausschneiden lässt sich rückgängig machen.

Neue Logik für Entitätsnamen

Mehr als vier Jahre hat das Team an einem neuen Benennungskonzept gearbeitet. Die Idee: Ihr benennt jede Entität nur noch nach ihrer Funktion, etwa „Temperatur“. Home Assistant ergänzt den Kontext selbst – aus „Temperatur“ am Gerät „Thermostat“ wird „Thermostat Temperatur“, auf Wunsch zeigt eine Karte auch den Bereich mit an. Benennt ihr ein Gerät um, ziehen alle zugehörigen Entitäten nach.

Geräte mit mehreren Teilen, etwa Steckdosenleisten, bekommen künftig „Child Devices“ mit eigenem Namen und Bereich – den Anfang machen Tuya-Mehrfachschalter. Für Templates wird das Attribut friendly_name perspektivisch abgekündigt; stattdessen gibt es die Funktionen entity_name(), device_name() und area_name().

Die gute Nachricht: Entitäts-IDs ändern sich nicht, Automationen und Skripte laufen weiter. Eigene Namen werden migriert, alte Namen bleiben als Alias für Sprachassistenten erhalten. Die schlechte: Auf Dashboards können sich Bezeichnungen sichtbar ändern (mehr dazu unten bei den Breaking Changes).

Dashboards: Automatische Abschnitte und Copy & Paste

Dashboard-Abschnitte lassen sich jetzt kopieren, ausschneiden und an anderer Stelle einfügen – auch zwischen Ansichten und Dashboards. Neu sind außerdem automatische Abschnitte, die sich selbst befüllen: Der Abschnitt Gerät zeigt alle Entitäten eines Geräts samt Bereich und Akkustand, der Abschnitt Entitäten etwa alle Lichter einer Etage. Neue Geräte tauchen dort automatisch auf. Wer mehr Kontrolle möchte, wandelt einen automatischen Abschnitt in einen manuellen um.

Dazu kommen eine neue Datums-Karte, ein Alert-Badge, ein visueller Editor für die Alert-Karte sowie ein Farbstreifen für Farbton und Sättigung direkt auf Licht-Kacheln.

Matter-Kameras mit Gegensprechfunktion

Mit Matter 1.5 sind Kameras Teil des Standards, und Home Assistant unterstützt sie ab sofort – mit Livebild per WebRTC, Schnappschüssen und Anzeige des Privatsphäre-Modus. Voraussetzung ist ein ausreichend aktueller Matter-Server.

Passend dazu gibt es als Labs-Vorschau Zwei-Wege-Audio: Ein Sprechknopf im Livestream lässt euch mit Personen an Kamera oder Türklingel sprechen. Unterstützt werden zunächst Matter-Kameras und Reolink (nur per RTSP). Da Browser Mikrofonzugriff nur über sichere Verbindungen erlauben, funktioniert das vorerst nur, wenn Home Assistant per HTTPS aufgerufen wird.

Energie: Von Watt zu Kilowattstunden in einem Schritt

Für alle mit PV-Anlage oder Zwischensteckern interessant: Liefert ein Gerät nur Leistung in Watt, bietet das Energie-Dashboard jetzt beim Hinzufügen an, den Energiesensor automatisch abzuleiten. Bisher musste man dafür zuerst manuell einen Integrationssensor anlegen. Für Gas und Wasser funktioniert das analog mit Durchflusssensoren. Zudem lässt sich der Gesamtverbrauch des Hauses ins Energie-Dashboard aufnehmen.

„Warum ist das passiert?“

Gleich mehrere Neuerungen helfen bei der Fehlersuche:

  • Das Aktivitäten-Panel kann nach Auslöser filtern: Person, Automation/Skript oder Integration (etwa HomeKit oder Google Assistant).
  • Traces verlinken direkt auf den Lauf des aufgerufenen Skripts oder der ausgelösten Automation.
  • Bei aktiviertem Debug-Logging zeigt Logs anzeigen live nur die Zeilen der betreffenden Integration.
  • Fehlerhafte Messwerte lassen sich für einen Zeitraum aus den Statistiken löschen, statt die gesamte Historie zu verlieren.
  • Unter Einstellungen > Werkzeuge protokolliert der neue Reiter Aktionsverlauf jede ausgeführte Aktion samt Ursache und Benutzer.
  • Zeitbasierte Diagramme lassen sich per Ziehen zoomen.

Backups auf lokalen Laufwerken

Neben Netzwerkspeicher können jetzt auch interne Laufwerke oder USB-Platten für Backups, Medien und freigegebene Dateien eingebunden werden (Einstellungen > System > Speicher > Speicher hinzufügen > Lokales Laufwerk). Das Laufwerk muss bereits formatiert sein. Wiederherstellungen benötigen außerdem keine temporäre Komplettkopie des Backups mehr.

LoRaWAN und Zigbee Green Power

Für Sensoren im Garten, Schuppen oder auf dem Feld unterstützt Home Assistant nun LoRaWAN. Angebunden werden die Netzwerkserver ChirpStack oder The Things Network; eine neue Seite unter Einstellungen > Konnektivität zeigt Verbindungen, Geräte und eine Netzwerkkarte. Erste Geräteintegration ist SenseCAP von Seeed Studio.

ZHA unterstützt außerdem Zigbee Green Power – also batterielose Schalter, die ihre Energie aus dem Tastendruck gewinnen, wie die bekannten Friends-of-Hue-Schalter.

Integrationen: 38 Neuzugänge und viel Feinschliff

Unter den 38 neuen Integrationen finden sich einige, die für Leser im DACH-Raum interessant sind:

  • Škoda: Kilometerstand, Tank- bzw. Akkustand, Ladezustand und Reichweite über Škoda Connect (nur lesend).
  • KACO RS485: Liest Powador-xi-Wechselrichter über den seriellen RS485-Bus aus, bis zu 32 Geräte an einem Bus – inklusive Energie-Dashboard.
  • aerosmart: Lüftungs- und Wärmepumpenanlagen per Modbus, ohne Hersteller-App oder Cloud.
  • Hase iQ: Überwacht Kaminöfen von HASE lokal, inklusive Hinweis, wann Holz nachgelegt werden sollte.
  • Bosch Smart Camera: Bislang nur die Kontoverbindung über SingleKey ID, die Kameras selbst folgen in einem späteren Release.
  • HP Printer: Status, Tintenstand und Seitenzähler lokal, ohne Cloud-Konto.
  • Flic: Flic 2, Flic Duo und Flic Twist direkt per Bluetooth, ohne Konto.
  • BLUETTI Modbus: Powerstations lokal per Modbus TCP – funktioniert auch bei Internetausfall.

Bei den bestehenden Integrationen sticht Bosch SHC heraus: Die Einbruchmeldeanlage erscheint jetzt als Alarmzentrale, Räume und Heizkreise bekommen Klima-Entitäten, und zahlreiche Geräteeinstellungen lassen sich aus Home Assistant heraus ändern. HomematicIP Cloud erhält unter anderem einen Identifizieren-Button und Unterstützung für Wasserstoppventile. Shelly bringt einen „Zuletzt gesehen“-Sensor für Akkugeräte und eine Infrarot-Plattform. ESPHome-Geräte können künftig serielle Schnittstellen im Netzwerk freigeben – etwa für einen Zigbee-Stick oder einen Stromzähler.

Für Apple-Nutzer interessant: Die Apple iCloud-Integration bekommt zusätzliche Sensoren und einen Button Ton abspielen, der ein verlegtes Gerät auch im Lautlos- oder Nicht-stören-Modus klingeln lässt.

Neu per Oberfläche einrichtbar sind unter anderem OpenWrt (ubus) und Folder. Verabschiedet wurde Flipr, da der Hersteller liquidiert wurde.

Weitere Neuerungen in Kürze

  • Ein neuer Auslöser startet eine Automation einmalig nach einem Update und nennt alte und neue Version.
  • Radon bekommt eigene Auslöser und Bedingungen.
  • Viele Entitäten lassen sich gesammelt für Sprachassistenten freigeben.
  • Strg/Cmd + Umschalt + Y wechselt zwischen visuellem Editor und YAML.
  • Kalendergruppen fassen mehrere Kalender zusammen.
  • KI-Assistenten über die LLM-API können jetzt das Systemlog lesen, Aktionen aufrufen und Integrationen neu laden. Der MCP-Server lässt sich auf rein lesende Werkzeuge beschränken – eine sinnvolle Option, wer seinem Assistenten nicht zu viel Zugriff geben möchte.
  • Die HTTP-Integration bietet wählbare TLS-Profile; neuer Standard ist „Intermediate v6“, „Modern v6“ erlaubt nur TLS 1.3.

Breaking Changes: Das solltet ihr wissen

Die größte inkompatible Änderung betrifft die Namen: Karten, Badges und Zeilen ohne eigenen Namen zeigen nach dem Update den Gerätenamen gefolgt vom Entitätsnamen statt des bisherigen Friendly Names. Wer zu lange Bezeichnungen sieht, kann das Gerät oder die Entität umbenennen, für die Hauptentität eines Geräts die Option Hauptentität des Gerätsaktivieren oder direkt auf der Karte einen Namen vergeben.

Außerdem wichtig: Separate HACS-Installationen werden durch den Marketplace ersetzt. Fehler sollen künftig im Home-Assistant-Issue-Tracker gemeldet werden, nicht mehr im HACS-Repository. Die vollständige Liste der Breaking Changes findet sich in den offiziellen Release-Notes – ein Blick hinein vor dem Update lohnt sich bei diesem Release besonders.

Fazit

Home Assistant 2026.11 ist tatsächlich ein Brocken. Die Integration von HACS als Marketplace senkt die Einstiegshürde für Community-Erweiterungen deutlich – macht es aber umso wichtiger, genau hinzuschauen, was man installiert. Die Ausschlüsse in Automationen und die neuen Debugging-Werkzeuge dürften im Alltag vielen das Leben leichter machen.

Vor dem Update ein Backup anlegen und danach die wichtigsten Dashboards durchsehen. Das Update steht wie gewohnt unter Einstellungen > System > Updates bereit.

Quelle:
  • Home Assistant-Blog
    https://www.home-assistant.io/blog/2026/11/04/release-202611/

Artikelbild mit Hilfe von KI erstellt.

Diskutiere mit uns im Forum! 1 Antwort, zuletzt: 5. November 2026 um 16:10

Über den Autor

Ich habe generation i mit ins Leben gerufen, um Technik mit Verstand zu begleiten.

Apple-Fan? Definitiv. Aber immer mit dem kritischen Blick eines Gründers, dem Substanz wichtiger ist als jeder Hype.
Ich sorge für den richtigen Rhythmus zwischen Innovation und echtem Nutzen.

Andy Team

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Antworten 1

djiwondee
5. November 2026 um 16:10

Ist ein cooles Update, keine Frage. Ich werde am Wochenende mal sehen, wie meine Grafana Dashboards danach aussehen. Die zugrundeliegende InfluxDB speichert sowohl "Friendly Name", als auch "Entity Id". Ersteres nimmt man ja gerne mal aus Label...Da werde ich wohl wieder größere Anpassungen haben.

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