Home Assistant 2026.3: Aufräumen, verfeinern, beschleunigen
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Andy -
5. März 2026 um 02:12 -
208 Mal gelesen -
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- Saugroboter: „Reinige die Küche“ wird Realität
- Energie-Dashboard: Strom, Gas und Wasser im Klartext
- Automationen: Fehler sind kein Showstopper mehr
- „Okay Nabu“: Lokales Wake Word auf Android
- Neue Integrationen: Von Ghost bis Batteriespeicher
- Quality Scale und UI-Feinschliff
- Unter der Haube: Python 3.14 und nötige Aufräumarbeiten
- Fazit: Ein Release für den Alltag
Saugroboter: „Reinige die Küche“ wird Realität
Ein Highlight für den Alltag ist die neue, bereichsbasierte Reinigung für Saugroboter. Home Assistant verknüpft die Karte des Roboters mit den bekannten „Bereichen“, also den in der Oberfläche definierten Räumen. Statt kryptischer Segment-IDs wählst du künftig einfach „Küche“, „Wohnzimmer“ oder „Essbereich“, wenn der Sauger loslegen soll.
Möglich wird das über eine neue Clean-area-Aktion, die in Automationen genutzt werden kann und bereits von Matter-Geräten, Ecovacs- und Roborock-Modellen unterstützt wird. Praktisch: Wenn sich das interne Mapping des Roboters ändert, meldet ein Repair-Hinweis, dass die Zuordnung der Bereiche aktualisiert werden sollte – so bleiben deine Automationen langfristig stabil.
Energie-Dashboard: Strom, Gas und Wasser im Klartext
In der Energieansicht geht Home Assistant den nächsten Schritt weg vom reinen Strommonitor hin zur umfassenden Betrachtung von Ressourcen. Die „Jetzt“-Ansicht zeigt neue Badges, die aktuelle Leistungs- und Durchflusswerte für Strom, Gas und Wasser hervorheben. Wasserverbrauch erhält eine eigene Sankey-Grafik, analog zum bekannten Stromfluss-Diagramm.
Auch sprachlich wird sortiert: Die bisherige „Energie“-Registerkarte heißt nun „Strom“, und die Konfiguration ist sauber in Tabs für Strom, Gas und Wasser getrennt. Kleine, aber wirkungsvolle Detailverbesserung: Tooltips der Energiebalken zeigen jetzt zusätzlich den Wochentag, was wiederkehrende Muster – etwa Wochnendspitzen oder den typischen „Montagspeak“ – leichter erkennbar macht.
Automationen: Fehler sind kein Showstopper mehr
Was früher YAML-Kennern vorbehalten war, landet nun im visuellen Editor: „Continue on error“ für Aktionen. Für jede einzelne Aktion lässt sich direkt im UI definieren, ob die Automation bei einem Fehler abbrechen oder einfach zum nächsten Schritt springen soll. Ein Icon markiert auf einen Blick, welche Schritte fehlertolerant konfiguriert sind.
Damit werden typische Szenarien deutlich robuster: Fällt ein Benachrichtigungsdienst aus oder ist ein optionales Gerät einmal nicht verfügbar, laufen die übrigen Aktionen weiter – ganz ohne verschachtelte Templates oder komplexe Fehlerbehandlung im YAML. Für Power-User ist das ein massiver Komfortgewinn und für Einsteiger eine willkommene Absicherung gegen „alles oder nichts“-Automationen.
„Okay Nabu“: Lokales Wake Word auf Android
Mit 2026.3 rückt auch die Sprachsteuerung ein Stück näher an den klassischen Smart-Speaker heran. Die Android-Companion-App bringt experimentellen Wake-Word-Support, der komplett lokal mit microWakeWord arbeitet. Unterstützt werden aktuell „Okay Nabu“, „Hey Jarvis“ und „Hey Mycroft“ – ganz ohne Cloud-Audio.
Aktiviert wird die Funktion in den Einstellungen der App im Assist-Bereich, danach lauscht das Smartphone im Hintergrund und fungiert als Sprach-Satellit für Home Assistant. Mehrere Geräte im Haushalt koordinieren, welcher Assistent zuerst reagiert. Der Preis ist ein spürbarer Mehrverbrauch am Akku, weshalb die Entwickler empfehlen, Wake Words per Automation nur in bestimmten Situationen aktiv zu halten – etwa zu Hause im WLAN oder nur in ausgewählten Räumen.
Neue Integrationen: Von Ghost bis Batteriespeicher
Auch beim Integrations-Ökosystem legt Home Assistant nach. Content-Creator freuen sich über eine Ghost-Integration, die Blog-Metriken wie Mitgliederzahlen, Umsätze oder Newsletter-Statistiken ins Dashboard bringt. Im Audio-Bereich lassen sich Hegel-Verstärker nun direkt steuern, inklusive Lautstärke, Eingangswahl und Power – mit lokalen Push-Updates.
Energie und Infrastruktur bleiben zentrale Themen: Batteriesysteme wie Homevolt, Indevolt und Zinvolt liefern lokale Daten zu Leistung, Ladestand und Status ohne Cloud-Abhängigkeit. PV-Anlagen mit Hypontech-Wechselrichtern lassen sich über die Cloud anbinden. Für Backups kommen neue Ziele wie IDrive e2 und OneDrive for Business hinzu, letzteres mit Platinum-Qualitätsstufe. Hinzu kommen Integrationen rund um Klima (IntelliClima, MyNeomitis), Haushaltsgeräte (Liebherr), öffentliche Verkehrsmittel (MTA NYC Transit), verschiedene Smart-Home-Systeme sowie Router von Teltonika.
Quality Scale und UI-Feinschliff
Die interne Quality Scale, so etwas wie der TÜV für Integrationen, verzeichnet in diesem Release gleich mehrere Aufsteiger in die Stufen Bronze bis Platinum. Unter anderem schaffen Immich, Portainer, WLED oder Xbox den Sprung bis ganz nach oben, was als Empfehlung verstanden werden kann, diese Integrationen besonders bedenkenlos in neue Setups einzuplanen.
Parallel wandern weitere Integrationen aus der reinen YAML-Welt in die komfortable UI-Konfiguration – darunter InfluxDB, Ness Alarm und Splunk. Auch das Frontend selbst profitiert: Einstellungen für Funktechnologien wie Matter, Z-Wave, Zigbee und Bluetooth sind übersichtlicher strukturiert, die Security-Ansicht berücksichtigt nun neben Türen und Fenstern auch Fenster-Cover, und die Sections-View erlaubt sticky Footer Cards am unteren Rand langer Dashboards.
Unter der Haube: Python 3.14 und nötige Aufräumarbeiten
Technisch vollzieht Home Assistant mit 2026.3 den Umstieg auf Python 3.14, der bessere Performance, kürzere Startzeiten und effizienteren Speicherverbrauch verspricht. Offiziell unterstützte Installationen werden beim Update automatisch migriert, ohne dass Admins selbst Hand anlegen müssen.
Ganz ohne Brüche geht ein Release dieser Größe allerdings nicht: Einige Integrationen passen ihre Modelllogik an, etwa BSB-Lan (neuer Water-Heater-Modus), LIFX und andere Licht-Plattformen (Farbtemperaturen nur noch in Kelvin statt Mireds) oder Snapcast mit geänderten Gruppierungsfunktionen. Bei Tado entfällt das Mobile-Device-Tracking, und einzelne Plattformen stellen States konsistenter auf „unknown“ bzw. „unavailable“ um, was Edge-Cases in bestehenden Automationen treffen kann.
Fazit: Ein Release für den Alltag
Home Assistant 2026.3 ist kein Feuerwerk an Buzzwords, sondern ein Release für alle, die die Plattform täglich nutzen – und administrieren. Die neue Saugroboter-Steuerung, das aufgeräumte Energie-Dashboard, robustere Automationen und das Android-Wake-Word machen den smarten Alltag komfortabler, während Python 3.14 und die Quality-Scale-Aufsteiger für ein solides Fundament sorgen. Wer seine Installation aktualisiert, sollte sich kurz Zeit für die Breaking Changes nehmen – wird im Gegenzug aber mit einem sichtbar sauberer aufgeräumten Smart Home belohnt.
Quelle: Home Assistant
Titelbild mit Hilfe von KI erstellt
Über den Autor
Ich habe generation i mit ins Leben gerufen, um Technik mit Verstand zu begleiten.
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