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Home Assistant 2026.3: Aufräumen, verfeinern, beschleunigen

  • Andy
  • 5. März 2026 um 02:12
  • 208 Mal gelesen
  • 16 Antworten
Nach mehreren sehr großen Releases wirkt Home Assistant 2026.3 auf den ersten Blick fast unspektakulär – und genau das macht die Version so spannend. Statt eines einzelnen Killer-Features gibt es eine ganze Reihe von Verbesserungen, die im Alltag permanent ins Gewicht fallen: smartere Saugroboter-Steuerung, klarer strukturierte Energieanalyse, ein mächtigeres Automation-UI und der Sprung auf Python 3.14 im Unterbau.
Inhaltsverzeichnis [VerbergenAnzeigen]
  1. Saugroboter: „Reinige die Küche“ wird Realität
  2. Energie-Dashboard: Strom, Gas und Wasser im Klartext
  3. Automationen: Fehler sind kein Showstopper mehr
  4. „Okay Nabu“: Lokales Wake Word auf Android
  5. Neue Integrationen: Von Ghost bis Batteriespeicher
  6. Quality Scale und UI-Feinschliff
  7. Unter der Haube: Python 3.14 und nötige Aufräumarbeiten
  8. Fazit: Ein Release für den Alltag

Saugroboter: „Reinige die Küche“ wird Realität

Ein Highlight für den Alltag ist die neue, bereichsbasierte Reinigung für Saugroboter. Home Assistant verknüpft die Karte des Roboters mit den bekannten „Bereichen“, also den in der Oberfläche definierten Räumen. Statt kryptischer Segment-IDs wählst du künftig einfach „Küche“, „Wohnzimmer“ oder „Essbereich“, wenn der Sauger loslegen soll.

Möglich wird das über eine neue Clean-area-Aktion, die in Automationen genutzt werden kann und bereits von Matter-Geräten, Ecovacs- und Roborock-Modellen unterstützt wird. Praktisch: Wenn sich das interne Mapping des Roboters ändert, meldet ein Repair-Hinweis, dass die Zuordnung der Bereiche aktualisiert werden sollte – so bleiben deine Automationen langfristig stabil.

Energie-Dashboard: Strom, Gas und Wasser im Klartext

In der Energieansicht geht Home Assistant den nächsten Schritt weg vom reinen Strommonitor hin zur umfassenden Betrachtung von Ressourcen. Die „Jetzt“-Ansicht zeigt neue Badges, die aktuelle Leistungs- und Durchflusswerte für Strom, Gas und Wasser hervorheben. Wasserverbrauch erhält eine eigene Sankey-Grafik, analog zum bekannten Stromfluss-Diagramm.

Auch sprachlich wird sortiert: Die bisherige „Energie“-Registerkarte heißt nun „Strom“, und die Konfiguration ist sauber in Tabs für Strom, Gas und Wasser getrennt. Kleine, aber wirkungsvolle Detailverbesserung: Tooltips der Energiebalken zeigen jetzt zusätzlich den Wochentag, was wiederkehrende Muster – etwa Wochnendspitzen oder den typischen „Montagspeak“ – leichter erkennbar macht.

Automationen: Fehler sind kein Showstopper mehr

Was früher YAML-Kennern vorbehalten war, landet nun im visuellen Editor: „Continue on error“ für Aktionen. Für jede einzelne Aktion lässt sich direkt im UI definieren, ob die Automation bei einem Fehler abbrechen oder einfach zum nächsten Schritt springen soll. Ein Icon markiert auf einen Blick, welche Schritte fehlertolerant konfiguriert sind.

Damit werden typische Szenarien deutlich robuster: Fällt ein Benachrichtigungsdienst aus oder ist ein optionales Gerät einmal nicht verfügbar, laufen die übrigen Aktionen weiter – ganz ohne verschachtelte Templates oder komplexe Fehlerbehandlung im YAML. Für Power-User ist das ein massiver Komfortgewinn und für Einsteiger eine willkommene Absicherung gegen „alles oder nichts“-Automationen.

„Okay Nabu“: Lokales Wake Word auf Android

Mit 2026.3 rückt auch die Sprachsteuerung ein Stück näher an den klassischen Smart-Speaker heran. Die Android-Companion-App bringt experimentellen Wake-Word-Support, der komplett lokal mit microWakeWord arbeitet. Unterstützt werden aktuell „Okay Nabu“, „Hey Jarvis“ und „Hey Mycroft“ – ganz ohne Cloud-Audio.

Aktiviert wird die Funktion in den Einstellungen der App im Assist-Bereich, danach lauscht das Smartphone im Hintergrund und fungiert als Sprach-Satellit für Home Assistant. Mehrere Geräte im Haushalt koordinieren, welcher Assistent zuerst reagiert. Der Preis ist ein spürbarer Mehrverbrauch am Akku, weshalb die Entwickler empfehlen, Wake Words per Automation nur in bestimmten Situationen aktiv zu halten – etwa zu Hause im WLAN oder nur in ausgewählten Räumen.

Neue Integrationen: Von Ghost bis Batteriespeicher

Auch beim Integrations-Ökosystem legt Home Assistant nach. Content-Creator freuen sich über eine Ghost-Integration, die Blog-Metriken wie Mitgliederzahlen, Umsätze oder Newsletter-Statistiken ins Dashboard bringt. Im Audio-Bereich lassen sich Hegel-Verstärker nun direkt steuern, inklusive Lautstärke, Eingangswahl und Power – mit lokalen Push-Updates.

Energie und Infrastruktur bleiben zentrale Themen: Batteriesysteme wie Homevolt, Indevolt und Zinvolt liefern lokale Daten zu Leistung, Ladestand und Status ohne Cloud-Abhängigkeit. PV-Anlagen mit Hypontech-Wechselrichtern lassen sich über die Cloud anbinden. Für Backups kommen neue Ziele wie IDrive e2 und OneDrive for Business hinzu, letzteres mit Platinum-Qualitätsstufe. Hinzu kommen Integrationen rund um Klima (IntelliClima, MyNeomitis), Haushaltsgeräte (Liebherr), öffentliche Verkehrsmittel (MTA NYC Transit), verschiedene Smart-Home-Systeme sowie Router von Teltonika.

Quality Scale und UI-Feinschliff

Die interne Quality Scale, so etwas wie der TÜV für Integrationen, verzeichnet in diesem Release gleich mehrere Aufsteiger in die Stufen Bronze bis Platinum. Unter anderem schaffen Immich, Portainer, WLED oder Xbox den Sprung bis ganz nach oben, was als Empfehlung verstanden werden kann, diese Integrationen besonders bedenkenlos in neue Setups einzuplanen.

Parallel wandern weitere Integrationen aus der reinen YAML-Welt in die komfortable UI-Konfiguration – darunter InfluxDB, Ness Alarm und Splunk. Auch das Frontend selbst profitiert: Einstellungen für Funktechnologien wie Matter, Z-Wave, Zigbee und Bluetooth sind übersichtlicher strukturiert, die Security-Ansicht berücksichtigt nun neben Türen und Fenstern auch Fenster-Cover, und die Sections-View erlaubt sticky Footer Cards am unteren Rand langer Dashboards.

Unter der Haube: Python 3.14 und nötige Aufräumarbeiten

Technisch vollzieht Home Assistant mit 2026.3 den Umstieg auf Python 3.14, der bessere Performance, kürzere Startzeiten und effizienteren Speicherverbrauch verspricht. Offiziell unterstützte Installationen werden beim Update automatisch migriert, ohne dass Admins selbst Hand anlegen müssen.

Ganz ohne Brüche geht ein Release dieser Größe allerdings nicht: Einige Integrationen passen ihre Modelllogik an, etwa BSB-Lan (neuer Water-Heater-Modus), LIFX und andere Licht-Plattformen (Farbtemperaturen nur noch in Kelvin statt Mireds) oder Snapcast mit geänderten Gruppierungsfunktionen. Bei Tado entfällt das Mobile-Device-Tracking, und einzelne Plattformen stellen States konsistenter auf „unknown“ bzw. „unavailable“ um, was Edge-Cases in bestehenden Automationen treffen kann.

Fazit: Ein Release für den Alltag

Home Assistant 2026.3 ist kein Feuerwerk an Buzzwords, sondern ein Release für alle, die die Plattform täglich nutzen – und administrieren. Die neue Saugroboter-Steuerung, das aufgeräumte Energie-Dashboard, robustere Automationen und das Android-Wake-Word machen den smarten Alltag komfortabler, während Python 3.14 und die Quality-Scale-Aufsteiger für ein solides Fundament sorgen. Wer seine Installation aktualisiert, sollte sich kurz Zeit für die Breaking Changes nehmen – wird im Gegenzug aber mit einem sichtbar sauberer aufgeräumten Smart Home belohnt.

Quelle: Home Assistant

Titelbild mit Hilfe von KI erstellt

Diskutiere mit uns im Forum! 16 Antworten, zuletzt: 6. März 2026 um 11:43

Über den Autor

Ich habe generation i mit ins Leben gerufen, um Technik mit Verstand zu begleiten.

Apple-Fan? Definitiv. Aber immer mit dem kritischen Blick eines Gründers, dem Substanz wichtiger ist als jeder Hype.
Ich sorge für den richtigen Rhythmus zwischen Innovation und echtem Nutzen.

Andy Team

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Antworten 16

djiwondee
5. März 2026 um 08:42

Auf die Liebherr-Integration habe ich echt gewartet! Spannend, was mit Voice in Zukunft optimiert wird...Würde nur zu gerne wissen, welches Dashboard Them hinter dem Bild im Artikel steckt. Oder ist as GPT-based?

djiwondee
5. März 2026 um 09:03

...und InfluxDB Integration wurde aus der configuration.yaml in die offizielle Integration überführt 🎉

carsten_h
5. März 2026 um 09:24

"Backward-incompatible changes" gelesen (wer das nicht macht ist selber Schuld), nichts wichtiges für mich dabei, upgedatet, 30 Sekunden später lief es problemlos weiter.

Jetzt funktioniert auch die neue DWD-Integration wieder.

Dampf
5. März 2026 um 10:33
Zitat von djiwondee

...und InfluxDB Integration wurde aus der configuration.yaml in die offizielle Integration überführt 🎉

Du meins sicher, dass die Integration nun über die UI konfigurierbar ist.
InfluxDB ist bereits seit HA 0.9 eine offizielle bzw. fest integrierte Integration.

Klugscheißen Ende 🤓

Andy
5. März 2026 um 10:39
Zitat von djiwondee

Oder ist as GPT-based

Ja, KI-generiertes Titelbild.

Andy
5. März 2026 um 11:03
Zitat von djiwondee

und InfluxDB Integration wurde aus der configuration.yaml in die offizielle Integration überführt

Über diese „Fehlermeldung“ bin ich auch gestolpert.

Dazu gleich meine Frage: Wie reagiert man darauf? Den influxdb-Teil aus der configuration.yaml entfernen - und dann?

carsten_h
5. März 2026 um 11:08

Das sollte automatisch konvertiert worden sein. Steht das nicht irgendwo beim Updaten oder im Readme?

Andy
5. März 2026 um 11:22

Das kann sein - ich habe bemerkt, dass ich InfluxDB gar nicht aktiv in Home Assistant drin habe und das wohl nur ein „Überbleibsel“ von früher war…

djiwondee
5. März 2026 um 11:38
Zitat von Andy

Dazu gleich meine Frage: Wie reagiert man darauf? Den influxdb-Teil aus der configuration.yaml entfernen - und dann?

Nun ja, die Teile waren manuell hinzugefügt und sind dann nun manuell zu entfernen. Meine Einträge in der configuration.yaml wurden nun von

Code
#---------------------------------------------------------

influxdb:
api_version: 2
host: myhost.domain
port: 8086
token: !secret influxdb_token         # Token in secrets.yaml auslagern
organization: myorganization          # Name deiner InfluxDB-Organisation
bucket: homeassistant                 # Name deines InfluxDB Buckets
ssl: false                            # falls kein HTTPS verwendet wird
verify_ssl: false                     # bei selbstsignierten Zertifikaten
tags:
source: HomeAssistant
default_measurement: units
tags_attributes:
- friendly_name
Alles anzeigen

zu

Code
influxdb:
  tags:
    source: HomeAssistant
  default_measurement: units
  tags_attributes:
    - friendly_name

Würde trotzdem gerne wissen, wo konkret die anderen Infos hingekommen sind:

[Blockierte Grafik: https://community.simon42.com/uploads/defaul…9_2_690x429.png]

Siehe auch meine Post hier:

BitterLeaf42
6. März 2026 um 08:09

Also ich weiß nicht. Mich nerven diese ständigen Updates beim HA, da sie häufig auch mit einem Neustart verbunden sind. Das ging beim ioBroker irgendwie alles viel smoother. Und das, obwohl ich dort sogar das Beta Repository nutzte. Ich bin immer noch am überlegen, ob ich nicht doch wieder zum ioBroker zurückkehren soll. Aber irgendwie sind diese beiden System für mich wie der Teufel und der Beelzebub. Nichts Halbes und nichts Ganzes.

Total ätzend finde ich am HA dieses ewige Hin- und Herwechseln zwischen den Ansichten (Integrationen, Automationen, Helfer, Entwicklertools etc. pp). Warum kann man sich die nicht wenigstens auf die Seitenleiste legen. Stattdessen gibt es diese komplett unübersichtliche "Übersicht", mit der ich wirklich absolut gar nichts anfangen kann. Na ja, ich muss mich wohl noch mal etwas intensiver mit dem HA beschäftigen. Aber Spaß geht anders.

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