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Home Assistant OS 17.0 oder: Wenn die Hardware leise Servus sagt

  • Holger
  • January 19, 2026 at 4:51 PM
  • 343 Views
  • 24 Replies

Es ist nur eine kleine Zeile in den Benachrichtigungen. Home Assistant OS 17.0 ist jetzt verfügbar. Kein Feuerwerk, keine blinkenden Banner, nur der stille Hinweis darauf, dass die Entwicklung weitergeht.

Contents [hideshow]
  1. Der Schnitt bei 32-Bit
  2. Der neue Motor: Docker-Snapshotter
  3. Beobachtungen zur Stabilität
  4. Fazit: Notwendige Härte

In der Technik gibt es diesen Moment, in dem aus „bewährt“ plötzlich „veraltet“ wird. Meistens ist das ein schleichender Prozess. Die Reaktionszeiten werden länger, der Speicher läuft öfter voll. Aber manchmal, so wie jetzt, wird ein Strich gezogen.

Wir schauen uns dieses Update an, nicht weil wir jedem Versionssprung hinterherlaufen müssen, sondern weil die Version 17.0 eine jener Wegmarken ist, an denen man kurz innehalten muss. Sie markiert das Ende einer Ära für bestimmte Hardware und den Beginn einer neuen Architektur unter der Haube.

Der Schnitt bei 32-Bit

Fangen wir mit dem Unbequemen an. Wer hier bei uns im Forum noch alte Hardware pflegt, muss jetzt tapfer sein. Home Assistant OS 17.0 kappt die Unterstützung für diverse 32-Bit-Plattformen.

Das betrifft Geräte, die viele von uns wahrscheinlich noch irgendwo im Einsatz haben – sei es als Testsystem oder als der „läuft einfach“-Rechner im Ferienhaus. Konkret geht es um Boards wie den Raspberry Pi 2, den Orange Pi Prime oder den NanoPi NEO.

Die Realität:

Die Entwickler haben die Unterstützung eingestellt. Das ist keine Bosheit, sondern Pragmatismus. Moderne Software-Architekturen und Sicherheitsanforderungen lassen sich auf diesen alten Plattformen nur noch mit unverhältnismäßig hohem Aufwand abbilden.

Es ist eine Erinnerung daran, dass unsere Smart Homes keine statischen Gebilde sind. Wir bauen keine Häuser aus Stein, die hundert Jahre unverändert stehen. Wir bauen Infrastrukturen aus Code und Silizium. Und Silizium altert – nicht physisch, aber in seiner Relevanz. Ein 32-Bit-Prozessor ist heute ein Nadelöhr. Er bremst nicht nur dein System, er bremst die Entwicklung der gesamten Plattform.

Wer also noch auf einem Raspi 2 unterwegs ist: Es ist vorbei. Das Update wird dir im besten Fall nicht angeboten, im schlimmsten Fall hast du danach ein System, das nicht mehr startet.

Der neue Motor: Docker-Snapshotter

Während auf der einen Seite Hardware aussortiert wird, wird auf der anderen Seite der Unterbau modernisiert. Und hier wird es für alle interessant, die sich für das interessieren, was jenseits der bunten Dashboards passiert.

OS 17.0 führt den „containerd“ Docker-Snapshotter ein.

Man muss kein Informatik-Studium haben, um die Implikation zu verstehen, aber man muss genau hinschauen. Bisher war der Umgang des Systems mit Containern – also den Paketen, in denen Home Assistant und die Add-ons laufen – speicherintensiv und manchmal träge. Das Herunterladen und Entpacken von Updates hat Ressourcen gebunden, die wir anderswo besser gebrauchen können.

Der neue Snapshotter ändert das. Er erlaubt es dem System, Container-Images effizienter zu verwalten.

  • Speicherplatz: Duplizierte Daten werden vermieden. Das System belegt weniger Platz auf der SSD oder SD-Karte.
  • Geschwindigkeit: Updates und Startvorgänge sollen spürbar schneller vonstattengehen.

Es ist eine dieser Änderungen, die man im Alltag kaum bemerkt, wenn sie funktionieren. Man merkt nur, dass alles etwas „runder“ läuft. Es ist Nüchternheit in Code gegossen: Weniger Overhead, mehr Leistung.

Beobachtungen zur Stabilität

Neben diesen großen Brocken bringt das Update natürlich die übliche Pflege mit sich. Buildroot wurde auf 2025.02.9 aktualisiert, diverse Firmware-Pakete für den Raspberry Pi sind neu. Das klingt nach Routine, ist aber essentiell.

Fazit: Notwendige Härte

Home Assistant OS 17.0 ist kein Update für Spielereien. Es bringt keine neuen bunten Graphen oder revolutionäre KI-Funktionen für das Dashboard. Es ist ein Infrastruktur-Update.

Es räumt auf. Es schneidet alte Zöpfe ab (32-Bit) und optimiert die Lagerhaltung (Snapshotter). Das mag auf den ersten Blick unspektakulär wirken, ist aber für die Langlebigkeit unserer Systeme wichtiger als jedes neue Feature.

Es zwingt uns, unsere Hardware-Basis zu überprüfen. Es erinnert uns daran, dass Wartung auch bedeutet, Dinge auszutauschen, wenn ihre Zeit abgelaufen ist. Das ist nicht immer angenehm, kostet vielleicht auch Geld für neue Hardware, aber es ist der Preis für ein System, das sicher und performant bleibt.

Ich werde den Wechsel vollziehen. Meine Backups liegen bereit – extern, versteht sich. Denn am Ende des Tages wollen wir alle dasselbe: Ein System, das einfach funktioniert, ohne dass wir ständig daran denken müssen.

Was du jetzt tun kannst:

Bevor du das Update startest: Prüfe zwingend deine Hardware-Architektur. Läuft dein System noch auf 32-Bit? Dann drücke nicht auf Update. Wenn du unsicher bist oder Fragen zum Umzug auf 64-Bit-Hardware hast, mach gerne einen Thread dazu auf. Wir schauen uns das gemeinsam an.

PS: Das vollständige Changelog findest du hier.



Synthography by me

About the Author

Der Autor dieses Beitrags ist seit Ende des letzten Jahrtausends in der IT-Branche tätig. Er bezeichnet sich selbst als:

Apple-Enthusiast.
Hobbykoch.
„IT-Mokel“.
Nordlicht.

Heimautomation ist seit mehr als zehn Jahren seine Leidenschaft. Apple war es schon immer.

Holger Team
  • Previous Article Ein entspannter, aber smarter Start ins Jahr 2026 - das Home Assistant-Update 2026.1 ist da

Replies 24

Mia
January 19, 2026 at 5:58 PM

Sowie Node.js ebenfalls den Cut macht. V22 geht noch bis 32bit und ab V24 nur noch mit 64bit. Davon betroffen zb Homebridge. Irgendwann ist ein cut einfach mal nötig 🤷🏻‍♀️

Mia
January 19, 2026 at 9:15 PM

Und ich hab mich eben noch vergewissert. Ich hab nen Raspi 5 - 64

Also kann ich ganz entspannt updaten

Holger
January 19, 2026 at 9:54 PM

Bin durch mit dem Update. Bei mir läuft HA in einer virtuellen Maschine in UTM auf einem M1 Mac Mini… ich habe kurz gezuckt, weil der Reboot länger gedauert hat als sonst, aber: Läuft! ✌️

Andy
January 19, 2026 at 10:25 PM

Und ich hatte heute vormittags noch das Update auf 16.3 / 2026.1.2 gemacht…

Aber man braucht ja auch später noch was zu tun.

Thorsten
January 20, 2026 at 7:45 AM

Update lief soweit smooth durch auf meiner Synology DiskStation DS718+ in der VM. Hat aber etwas länger gedauert, bis alles wieder durchstartete. So gefühlt ca. 5 bis 8 Minuten. Kann es nicht genau sagen, da ich mir im Unterschied zu meiner HomeMatic CCU3 (noch) keine Push-Nachricht schicken lassen, wenn das System wieder gestartet wurde. Muss ich mir wohl noch mal einrichten. Allerdings muss man den HA ja häufiger mal neu starten (z.B. nach einem Integrationsupdate). Da könnte das dann etwas nervig sein. Den Rest wird man dann im laufenden Betrieb sehen.

carsten_h
January 20, 2026 at 7:53 AM

Die OS-Updates in den letzten Jahren sind eigentlich alle ohne Probleme durchgelaufen, so auch dieses.

Und auf einem Pi 2 hat Home Assistant bestimmt noch nie Spaß gemacht. Auch auf einem Pi 3B+ dürfte es eine Qual sein mit den nur 512MB RAM. Ab Pi 4 mit 1 oder 2 GB RAM kann man es benutzen. Jetzt hier in der VM auf dem Core i5-8400T rennt es wie verrückt.

Thorsten
January 20, 2026 at 7:56 AM
Quote from carsten_h

Jetzt hier in der VM auf dem Core i5-8400T rennt es wie verrückt.

Ich hab ja "nur" nen Celeron in meiner DS718+, aber auch da bin ich mit der Geschwindigkeit in der VM durchaus zufrieden. Lediglich die System-Neustarts dauern schon mal etwas länger, was aber primär an den Integrationen liegt, bis die sich wieder verbunden haben. Vor allen Dingen Anker Solix tut sich hier negativ hervor.

Mia
January 20, 2026 at 7:57 AM
Quote from carsten_h

Ab Pi 4 mit 1 oder 2 GB RAM kann man es benutzen

Aber eben nur noch, wenn das System auf 64bit läuft.

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carsten_h
January 20, 2026 at 8:07 AM
Quote from Mia

Aber eben nur noch, wenn das System auf 64bit läuft.

Das ist ja nicht schwierig hinzubekommen, wenn es bisher noch mit 32bit läuft. Einfach eine Sicherung machen, 64bit installieren und beim Onboarding die Sicherung einspielen, fertig.

Ich bin damals auf 64bit umgestiegen, weil es nur damit möglich war von einer USB angeschlossenen SSD zu booten. Das müsste vor sieben Jahren gewesen sein.

Thorsten
January 20, 2026 at 8:09 AM

Falls jemand noch die Herausforderung sucht. Ich hätte noch nen Raspi 2 in der Schublade. ;)

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