Vor sechs Jahren wurde die Apple Card eingeführt. Dies hat sich für die Partnerbank Goldman Sachs zu einem mittleren Alptraum entwickelt, und hat derbe Verluste eingefahren. Entsprechend sucht Goldman Sachs den Ausstieg, und obwohl die Gerüchte über die Zukunft der Apple Card nicht kristallklar sind, werden wir sie hier zusammenfassen.
Goldman Sachs und die Verluste
Goldman Sachs beabsichtigt, die Partnerschaft mit Apple Card zu beenden. Laut jüngsten Berichten ist JPMorgan Chase der aussichtsreichste Kandidat für die Übernahme.
Auch American Express, Capital One und Synchrony werden als potenzielle Kandidaten gehandelt. Es erscheint derzeit jedoch unwahrscheinlich, dass diese Unternehmen die Partnerschaft übernehmen werden. Stephen Squeri, CEO von American Express, äußerte sich 2023 zu den Übernahmemöglichkeiten.
Quote„Bei der Bewertung von Co-Markenpartnerschaften berücksichtigen wir mehrere Faktoren“, erklärte Squeri. „Zunächst einmal wollen wir sicherstellen, dass die Partnerschaft sowohl für unsere Marke als auch für die unserer Partner einen Mehrwert schafft. Darüber hinaus wollen wir eine "Premium-Wirtschaft" schaffen. Diese Kriterien dienen als Leitfaden für unsere Entscheidungsprozesse bei der Auswahl von Partnerschaften.“
Viele interpretierten dies als Ablehnung, da der aktuelle Kundenstamm der Apple Card viele Subprime-Kunden umfasst, also Personen mit schlechter Bonität. Die Partnerschaft zwischen Apple Card und Goldman Sachs hat diese bereits mindestens 1 Milliarde US-Dollar gekostet, wobei sich die gesamten Verluste im Bereich der Verbraucherprodukte auf voraussichtlich 6 Milliarden US-Dollar belaufen dürften.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass nicht alle diese Verluste ausschließlich auf Kreditausfälle zurückzuführen sind. Die Apple Card bietet ein sehr großzügiges Produktangebot, darunter keine Auslandstransaktionsgebühren, keine Verspätungsgebühren, keine Gebühren für zurückgegebene Zahlungen, bis zu 3 % Cashback bei Partnerhändlern und einen effektiven Jahreszins von 0 % für Apple-Produkte. Diese attraktiven Funktionen tragen ebenfalls zu den finanziellen Herausforderungen der Apple Card bei.
JPMorgan Chase als Favorit im Rennen
Im Moment ist JPMorgan Chase laut The Wall Street Journal die "bevorzugte Wahl" für die Übernahme der Apple Card-Partnerschaft. Dieser Bericht stammt aus Juli 2025. Bis dato ist allerdings noch kein Vertrag unterzeichnet. Eine der wichtigsten Herausforderungen bei der Übernahme ist der hohe Anteil an den zuvor genannten Subprime-Kunden der Apple Card.
Chase zum Beispiel hat eine Subprime-Rate von etwa 15 %. Capital One, die als Subprime-Kreditgeber bekannt sind, haben eine Rate von rund 31 %. Für Apple Card beträgt dieser Satz laut Bericht 34 %. In diesem Fall ist ein Subprime-Kunde jemand mit einer Kreditwürdigkeit von unter 660. Apple Card hat auch eine Zahlungsverzugsrate von etwa 4 %, höher als der Durchschnitt von 3,05 % in der gesamten Kreditkartenbranche.
Aus diesen Gründen wird ein Deal nur gemacht, wenn ein neuer Kreditgeber es mit einem "riesigen Rabatt" bekommen kann. Apple Card-Guthaben summieren sich derzeit auf über 20 Milliarden Dollar.
Das Apple Card Sparkonto
Ein wichtiger Bestandteil, der bei vielen dieser Diskussionen ausgelassen wird, ist das Apple Card-Sparkonto. Dies wird ebenfalls von Goldman Sachs herausgegeben.
Während man Apple Card-Kunde sein muss, um ein Apple Card-Sparkonto zu erhalten, hat dieses nicht gerade eine eindeutige Verbindung zur Apple Card. Man kann wählen, ob ein Apple Card Cash Back Guthaben auf das Sparkonto eingezahlt wird, darüber hinaus gibt es aber keine tiefe Bindung.
Ferner sind hochverzinsliche Sparkonten kein Produkt, welches von JPMorgan Chase angeboten wird. Vielleicht würden sie es nur für Apple Card-Kunden übernehmen, dies muss aber bezweifelt werden.
Im Moment bietet Goldman Sachs trotz eines größeren Rückzugs vom Verbraucherfinanzierungsmarkt weiterhin sein "Marcus by Goldman Sachs" Sparkonto der Öffentlichkeit an. Es wäre also eher denkbar, dass Goldman Sachs dieses weiterhin anbieten wird, während das eigentliche Kreditkartenangebot den Besitzer wechselt.
Ein vorsichtiger Blick in die Zukunft
Nach jahrelangen Verhandlungen mit verschiedenen Kreditgebern scheint es sehr wahrscheinlich, dass die Apple Card-Partnerschaft mit Goldman Sachs im Jahr 2026 enden wird.
Die genauen Auswirkungen auf die Apple Card sind zwar noch unklar, doch angesichts der hohen Anzahl von Subprime-Kunden und der bisher verzeichneten Verluste ist es wahrscheinlich, dass sich das Produkt nach einer Übernahme ändern wird. Möglicherweise werden Verspätungsgebühren eingeführt und die Großzügigkeit des Angebots insgesamt reduziert.
Quelle: 9to5mac.com
Hinweis: Allfällige Bilder in den News wurden urheberrechtsfrei durch KI erstellt.
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