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Zwischen den Threads: KW03 "Der Blick zurück: Wenn Aluminium Geschichten erzählt“… und Gulasch.

  • Holger
  • January 18, 2026 at 8:15 AM
  • 117 Views
  • 7 Replies

Es ist Sonntagmorgen. Draußen ist es noch ziemlich dunkel, der Kaffee dampft, und auf dem Bildschirm leuchten die vertrauten Farben unseres Forums. Eigentlich eine Zeit für Ruhe. Aber heute Morgen hat mich die Lektüre eines Artikels von vor ein paar Tagen im Nachgang auf eine kleine Reise geschickt, die weit über den Rand meiner Tasse hinausgeht.

Contents [hideshow]
  1. Der Blick zurück: Wenn Aluminium Geschichten erzählt
  2. Der Blick zur Seite: Wenn die Glühbirne ein Update braucht
  3. Der Blick in den Spiegel: Alltagsschnappschüsse
  4. Die Klammer, die uns zusammenhält
  5. Ein kleiner Auftrag für dich

Auslöser war Mias Artikel „20 Jahre MacBook Pro: Die Evolution von 2006 bis 2026“ (Artikel 47). Ich habe mich festgelesen. Nicht, weil ich die technischen Daten von 2006 vergessen hätte, sondern weil dieser Text eine Tür aufgestoßen hat. Er beschreibt den Weg vom PowerPC zu Intel, durch die Täler der „Dongle-Hölle“ bis hin zur „Apple Silicon“ Gegenwart.

Doch während ich las, merkte ich: Das hier ist mehr als nur eine Hardware-Historie. Es ist der Soundtrack unseres Lebens hier im Forum. Und wenn man genau hinhört, spielen in den anderen Threads ganz ähnliche Melodien.

Der Blick zurück: Wenn Aluminium Geschichten erzählt

Bleiben wir kurz bei dem Gefühl, das Mias Artikel auslöst. Da ist die Rede von der „Intel-Revolution“. Ein großes Wort. Wenn ich aber dann den Tab wechsle und im Apfel Museum lande, wird aus der Revolution plötzlich greifbare Realität.

Es ist schon eine feine Ironie: Im Artikel lesen wir über die rasante Beschleunigung der Prozessoren, und im Museumsthread postet zeitgleich jemand ein Bild von einem iMac, der damals aussah wie das nächste "HomePad" aussehen könnte, was alle Jahre wieder neu angekündigt wird. Das Design von damals war nicht schlecht, wenn ihr mich fragt...

Warum berührt mich das so? Weil diese Geräte im Museum eine Ruhe ausstrahlen, die uns im Alltag abhandengekommen ist. Wenn wir diskutieren, ob man das Plastikgehäuse noch retten kann, dann ist das eine stille Rebellion gegen die Wegwerfgesellschaft. Mias Artikel zeigt uns die Kurve des Fortschritts – das Museum zeigt uns, was am Wegesrand liegen geblieben ist und was es wert ist, aufgehoben zu werden. Es ist der Beweis, dass nicht alles, was alt ist, obsolet ist. Es ist nur anders geworden.

Der Blick zur Seite: Wenn die Glühbirne ein Update braucht

Aber unser Forum besteht ja nicht nur aus Nostalgie. Wenn ich den Blick vom Museum abwende und in unsere Heimautomation-Bereiche schaue, sehe ich das genaue Gegenteil. Und ich muss schmunzeln.

Während wir im Museum die Einfachheit eines alten mechanischen Einschalters feiern, zerbrechen wir uns ein paar Threads weiter den Kopf darüber, warum die „Smarte Szene“ im Wohnzimmer gestern Abend das Licht nicht auf 30 Prozent gedimmt hat, sondern auf Festbeleuchtung geschaltet hat.

Ist dir das mal aufgefallen? Vor 20 Jahren – zu der Zeit, als das erste MacBook Pro erschien, von dem Mia schreibt – war ein Lichtschalter ein Lichtschalter. Er ging, oder die Birne war kaputt. Heute diskutieren wir hier über Matter-Protokolle, Bridges und Latenzzeiten, nur damit es im Flur hell wird. Es hat eine gewisse Komik, wie wir uns die Komplexität ins Haus holen, die wir bei Apple-Geräten oft kritisieren. Wir wollen, dass alles „einfach funktioniert“, bauen uns aber Server-Schränke in den Keller, die früher ein mittelständisches Unternehmen versorgt hätten.

Ich lese die Beiträge der Kollegen, die verzweifelt versuchen, ihre Automatisierungen zu bändigen, und sehe darin die gleiche Leidenschaft wie bei den Restauratoren im Museum. Es ist der Wunsch, die Technik zu beherrschen. Damals mit dem Lötkolben, heute mit dem Skript-Editor.

Der Blick in den Spiegel: Alltagsschnappschüsse

Und dann gibt es da noch diese wunderbaren Threads, die gar nichts mit Technik zu tun haben, aber alles über uns aussagen. Der Schnappschuss-Thread. Wir haben hier Kameras in unseren Taschen – die neuesten iPhones, über deren Specs wir in den News-Bereichen streiten als ginge es um Religion –, die Hollywood-Qualität liefern könnten.

Und was machen wir damit? Wir fotografieren unsere Katzen. Den Regen an der Fensterscheibe. Den morgendlichen Stau. Tun wir das hier bei uns wirklich? Nein! In dem Thread gibt es beeindruckende Bilder, die mich staunend zurücklassen! Ich liebe diesen Bereich. Er ist das ehrlichste Korrektiv zu all unseren Artikeln. Denn am Ende des Tages, nach all den Gigahertz und Terabytes und Neural Engines, sind wir immer noch Menschen, die sich freuen, wenn die Sonne einen schönen Schatten auf den Schreibtisch wirft.

Diese Diskrepanz zwischen der Hochtechnologie, die wir besitzen, und der Banalität, für die wir sie nutzen, ist zutiefst sympathisch. Sie zeigt, dass die Technik für uns da ist, nicht umgekehrt. Auch wenn es sich im Smart-Home-Thread manchmal anders anfühlt.

Die Klammer, die uns zusammenhält

Wenn ich also Mias Rückblick auf 20 Jahre MacBook Pro lese und dann durch das Forum streife, sehe ich ein großes Mosaik.

Da ist die Ehrfurcht vor der Vergangenheit im Apfel Museum. Da ist der Kampf mit der Gegenwart in den Heimautomations-Diskussionen. Und da ist das pure Leben in den Café- und Foto-Threads.

Wir sind hier bei generation-i.de nicht nur Konsumenten. Wir sind Zeugen einer Zeit, die sich wahnsinnig schnell dreht. Der Artikel über 2026 mag uns zeigen, wo die Reise hingeht, aber die Threads hier zeigen uns, wo wir stehen. Wir sind diejenigen, die versuchen, Schritt zu halten, ohne dabei die Balance zu verlieren. Wir lachen über unsere Fehler beim Einrichten von Routinen und trauern um einen kaputten Grafikchip in einem 15 Jahre alten Laptop.

Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis dieses Morgens: Egal ob 2006 oder 2026, egal ob PowerPC oder M5-Chip – das Wichtigste an diesem Forum sind nicht die Geräte. Das Wichtigste ist der Tonfall, in dem wir darüber sprechen. Diese Mischung aus Neugier, Skepsis und einer gehörigen Portion Selbstironie.

Ein kleiner Auftrag für dich

Wenn du immer nur bei der Hardware bist, schau mal bei den Smart-Home-Bastlern rein und staune über deren Leidensfähigkeit. Wenn du immer nur bei den News bist, geh ins Apfel Museum und genieß die Stille. Oder geh ins Café und erzähl uns einfach, wie dein Kaffee heute schmeckt.

Wir sehen uns in den Threads. Bleib neugierig.


Übrigens: Falls du dich fragst, was bei mir heute auf den Teller kommt – es gibt Gulasch. Den habe ich gestern Abend schon drei Stunden lang ganz sachte vor sich hin köcheln lassen. Du weißt ja, wie das ist: Manche Dinge brauchen einfach Zeit, um ihren vollen Charakter zu entwickeln. Heute, nachdem alles über Nacht durchgezogen ist, schmeckt er erst so richtig. Guten Hunger!

Rezept?:
Gulasch nach Oma Magda

PS: Ich mache das eigentlich schon immer so: Fleisch gar nicht erst anbraten. Klingt verrückt, sorgt aber für unglaublich zartes Fleisch. Früher klassisch im gusseisernen Topf, jetzt hat mir Gemini das Ganze erfolgreich für den Thermomix adaptiert. Und ganz ehrlich: Es schmeckt genial!


Synthography by me

About the Author

Der Autor dieses Beitrags ist seit Ende des letzten Jahrtausends in der IT-Branche tätig. Er bezeichnet sich selbst als:

Apple-Enthusiast.
Hobbykoch.
„IT-Mokel“.
Nordlicht.

Heimautomation ist seit mehr als zehn Jahren seine Leidenschaft. Apple war es schon immer.

Holger Team
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Replies 7

djiwondee
January 18, 2026 at 8:52 AM

Danke für den Artikel! In der Tat hab ich gleich mal ein paar andere Threads aufgemacht, die mangels Zeit und vielleicht auch wegen der Attraktivität des Themas auf der Strecke bleiben.

Und bei uns gibt es heute Bœuf Bourguignon. Hat auch gaaanz langsam vor sich hingeköchelt. Passendes Mahl zur Trübnis da draussen.

beyermann
January 18, 2026 at 10:01 AM

Ich mache manchmal hier Führungen in einem unterirdischen Gewölbe mit frühchristlichen Fresken aus dem 4./5. Jahrhundert n.Chr. (wer mal nach Verona kommt, darf sich gerne melden) . Das sind Originalmaterialien und -farben, hin und wieder etwas restauriert, aber im Großen und Ganzen eben mehr als eineinhalb Jahrtausende alt. Dann fahre ich nach Hause, versuche, eine CD, die ich vor 20 Jahren gebrannt habe, zu hören, scheitere und wundere mich, wie sehr sich unser Begriff von „Fortschritt“ verkürzt hat.

Und eine kleine Ergänzung für die Hobbyköche: auch ein italienisches spezzatino mit Oliven und Kapern ist eine lohnenswerte Gulasch-Variante.

Andy
January 18, 2026 at 8:26 PM
Quote from beyermann

wundere mich, wie sehr sich unser Begriff von „Fortschritt“ verkürzt hat.

Das stimmt. Die Entwicklung schreitet immer schneller voran.

Und hier sind die letzten 30 Jahre sehr rasant. Oder der KI-Bereich. Das vorgelegte Tempo - Wahnsinn.

Aber das trifft fast alle Bereiche, mit denen wir zu tun haben. Die meisten kommen damit im Bereich der Kommunikation zusammen: Vom ersten Telegramm zur Briefpost, über E-Mail zu den Instant-Messengern.

Autos, das Internetz, in allen Bereichen wird es schneller. Für manche zu schnell?

Deshalb ist der Tipp von Holger, das Café bei uns zu besuchen, sehr gut. Einfach mal ein bisschen abschalten vom Trubel. Die Hektik zur Seite legen. Etwas ruhiger werden, entschleunigen. Das ist so wichtig - und viele merken nicht mehr, wie/dass sie ständig unter Strom stehen. Man wartet auf neue Nachrichten, man blickt nervös auf den Bildschirm - kann ja nicht sein, dass jetzt 10 Minuten gar keine Nachricht kam. Schnell den Status bei WhatsApp durchklicken, die Storys bei Instagram checken, den Newsfeed bei Mastodon, … - und schon ist man wieder im Sog der neuen Medien, ohne die es bei manchen gar nicht mehr läuft.

Ich nehme mich da nicht raus, merke aber, dass es entspannter wird, wenn man sich einfach mal wieder mehr Zeit für sich und die Familie nimmt. Freunde.

Immer öfter aktiviere ich den Fokus „Unterbrechungen reduzieren“ - und bin so quasi offline. Auch, wenn es dadurch passiert, den Geldbeutel bei Bekannten liegen zu lassen, weil die Benachrichtigung erst zu spät gelesen wird… Und von da komm ich grad wieder zurück.

Andererseits gehen in manchen Bereichen die Fortschritte im Schneckentempo vorwärts - dabei wäre es doch dort gerade um so wichtiger, schnelle Fortschritte zu machen. Wo? Hier bin ich hauptsächlich im Medizin-Bereich. Es hat sich schon auch was getan - aber es sterben immer noch viele Menschen, weil hier immer noch keine zuverlässige Versorgung möglich ist.

Holgers Kolumne hier war eine spontane Idee von ihm und ich werde Woche für Woche auf’s Neue überrascht, was für guter Inhalt dabei rauskommt. Es regt auch immer wieder dazu an, nachzudenken. Ähnlich der Artikel, die sich um die Technik drehen - aber die Sachen hier von ihm sind das gewisse Etwas, das die schnelllebige Zeit, in der wir sind, so wertvoll machen können, wenn man sich drauf einlässt.

Es soll sich niemand fragen: Darf ich die Frage stellen, ohne belächelt zu werden, weil es absolutes Grundwissen ist? JA, es darf alles gefragt werden. Und es SOLL die Frage gestellt werden, wenn man etwas nicht weiß. Wie sonst soll man weiterkommen? Und gerade die Profis hier, hatten die einfachen Fragen anfangs auch - und wurden durch das Interesse an der Sache zu dem, was sie jetzt sind.

In diesem Sinne: Macht weiter so und Cheers!

Holger
January 18, 2026 at 9:35 PM

Danke! Besser hätte es keiner von uns sagen können. Und ja: Genau darum geht es hier bei uns! Schön, dass ihr da seid! Bleibt neugierig!…

Holger
January 18, 2026 at 10:04 PM
Quote from beyermann

Und eine kleine Ergänzung für die Hobbyköche: auch ein italienisches spezzatino mit Oliven und Kapern ist eine lohnenswerte Gulasch-Variante.

Da die „Holde“ keine gekochte Paprika -nicht mal den Geruch!- mag, muss ich ich das entsprechend „timen“! Passt das Rezept, oder hast du da Anregungen?

Spezzatino von caralb
Spezzatino - Rindfleischeintopf. Über 5 Bewertungen und für sehr lecker befunden. Mit ► Portionsrechner ► Kochbuch ► Video-Tipps!
www.chefkoch.de
beyermann
January 19, 2026 at 11:16 AM
Quote from Holger

Da die „Holde“ keine gekochte Paprika -nicht mal den Geruch!- mag, muss ich ich das entsprechend „timen“! Passt das Rezept, oder hast du da Anregungen?
https://www.chefkoch.de/rezepte/294819…Spezzatino.html

Artet das jetzt in einen Kochrezepte-Blog aus? :D

Das Rezept passt, ist aber ausbaufähig: Zuerst einmal kannst du ruhig die Paprika weglassen (Problem gelöst ;) ), dann fehlt definitiv Rosmarin, vielleicht etwas Thymian, Petersilie, bei Kalb ginge auch etwas Salbei (Kalb wird natürlich nicht so lange geköchelt). Ich nehme keinen Burgunder sondern Amarone (wenn man den schon vor der Haustür hat - zum Kochen tut es auch der günstige vom Discounter). Ausserdem für eine dickere Sosse Passata di Pomodoro anstatt der RInderbrühe, ich hau da einfach noch einen halben Gemüsebrühwürfel dazu. Bei mir kommen nach der Hälfte der Kochzeit noch grüne Oliven (am Besten "Olive Taggiasche" von der Ligurischen Küste) und Kapernbeeren (also die grossen) rein. Und zum Schluss koch ich einfach noch für eine halbe Stunde ein paar Kartoffeln mit. Buon appetito!

Holger
January 19, 2026 at 11:38 AM

Danke für die Tipps! Und... och... in diesem Fall ist "Gulasch" ja sogar Bestandteil des Titels. Ich finde das daher immer noch "On Topic" :D

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